Nicht nur wenn es um Strom geht entscheiden sich immer mehr Menschen für einen Ökotarif: Vielen ist es wichtig, regenerativ erzeugte Energie zu nutzen und auf diese Weise einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Wer mit Gas heizt, hat auch die Möglichkeit, sogenannte Biogas Tarife zu nutzen. Wir erklären, was Biogas Tarife sind, welche Arten es gibt und wo das Biogas herkommt.
Verbraucher entscheiden sich beim Gasanbieterwechsel auch für Biogas Tarife, weil Biogas aus regenerativen Quellen stammt. Es wird aus organischen Materialien (Biomasse) gewonnen. Dazu gehören Abfälle tierischen oder pflanzlichen Ursprungs wie beispielsweise Dünger aus der Landwirtschaft, aber auch Pflanzen, die eigens dafür angebaut werden, die sogenannten Energiepflanzen. Biogas hat einen hohen Anteil an Methangas, das besonders viel Energie freisetzen kann. Es bietet gegenüber herkömmlichem Erdgas den Vorteil, dass es aus erneuerbaren Energiequellen stammt; das Gas selbst wird durch Vergärung in Biogasanlagen erzeugt und beispielsweise auch zum Betrieb von Gasfahrzeugen eingesetzt.
Die meisten Biogas Tarife auf dem Markt sind dadurch gekennzeichnet, dass dem herkömmlichen Gas ein bestimmter Anteil Biogas beigemischt wird. Dieser Anteil liegt meist zwischen fünf und zehn Prozent, manchmal auch deutlich darüber. Reine Biogas Tarife gibt es aber mittlerweile auch. Als erster Anbieter in Deutschland brachte die Düsseldorfer Naturstrom AG Ende 2009 einen reinen Biogas Tarif auf den Markt. Die Kilowattstunde kostet allerdings deutlich mehr als bei einem Biogas Tarif mit nur geringem Anteil an Biogas.
Biogas Tarife unterscheiden sich von sogenannten Ökogas Tarifen. Letztere sind Tarife, bei denen der Kunde normales Gas geliefert bekommt, der aufgeschlagene Mehrpreis aber in Projekte investiert wird, mit denen der verursachte CO2-Ausstoß wieder ausgeglichen wird. Daneben gibt es Modelle, bei denen stattdessen Emissionszertifikate erworben werden. Es handelt sich dabei also um CO2-neutrale Energieversorgung, aber nicht um einen richtigen Biogas Tarif. Diese Art von Tarifen wird als Ökogastarif oder Klimatarif bezeichnet. Dabei geht es um die gesamte CO2-Bilanz und nicht darum, dass das Gas aus erneuerbaren Energien stammt.
Biogas Tarife haben ihre Vor- und Nachteile. Dadurch, dass zur Erzeugung regenerative Quellen genutzt werden, werden die Erdgasressourcen und andere fossile Energien geschont. Ein weiterer Vorteil gegenüber Solarstrom oder Windenergie ist die Grundlastfähigkeit, das heißt, es kann Energie nach Bedarf produziert werden, man ist nicht von Witterungsverhältnissen abhängig. Ebenso können Abfälle auf produktive Weise genutzt werden, indem man sie dem Energiekreislauf wieder zuführt. Biogas Tarife haben aber auch Kritiker, die beispielsweise Nachteile wie die intensivere Landwirtschaft und die Nutzungskonkurrenz durch den Anbau von Energiepflanzen bemängeln.