Startseite
Rückzug

Nord Stream 2: Wintershall steigt bei Beteiligung aus

Der Öl- und Gasproduzent Wintershall ist von einer Beteiligung an der Gaspipeline Nord Stream 2 wieder zurückgetreten. Der Bau der zweiten Erdgas-Pipeline durch die Ostsee soll dennoch wie geplant stattfinden.

Pipeline© James / Fotolia.com

Kassel - Der größte deutsche Öl- und Gasproduzent Wintershall hat mit anderen westeuropäischen Energieunternehmen den Antrag in Polen auf eine Beteiligung an der Gaspipeline Nord Stream 2 zurückgezogen. "Wir treten der Nord Stream 2 AG jetzt nicht bei, sind aber an der Umsetzung des Projektes weiterhin sehr interessiert und bleiben Partner", sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Entscheidung werde sich nicht auf den Bau der zweiten Erdgas-Pipeline durch die Ostsee auswirken, betonte er.

Kartellbehörde hatte Bedenken

Wie die BASF-Tochter mitteilte, hatte die polnische Kartellbehörde zuvor Bedenken bei der Gründung des Joint Ventures zwischen dem russischen Energiekonzern Gazprom und den europäischen Unternehmen Engie, OMV, Shell und Uniper sowie Wintershall geäußert. Die nationale Rechtslage in Polen erlaubt eine kartellrechtliche Prüfung des Projekts. In Deutschland hatten die Behörden keine Einwände.

Gazprom ist künftig alleiniger Gesellschafter

Wintershall hätte zehn Prozent an der Gesellschaft gehalten. Mit dem Rückzug der westeuropäischen Energieunternehmen ist der russische Gasriese Gazprom weiterhin alleiniger Gesellschafter.

Nord Stream 2 soll 55 Milliarden Kubikmeter im Jahr transportieren

Nord Stream 2 sieht den Bau von zwei Offshore-Pipelines von Russland nach Deutschland vor. Sie sollen insgesamt eine jährliche Kapazität von 55 Milliarden Kubikmeter Gas haben. Polen und die baltischen Staaten kritisieren den Bau der Pipeline scharf und fürchten, dadurch könnten ihre Interessen übergangen werden.

Quelle: DPA