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Klimaschutz

Regierungsberater: Kein CO2 in zukünftigen Städten

Wie stark der Klimawandel noch voranschreitet, hängt Beratern der Regierung zufolge stark davon ab, wie sich das Leben in den wachsenden Städten gestalten wird. Den Experten zufolge sollten bis 2070 sämtliche CO2-Quellen durch Alternativen ersetzt werden.

CO2 Aussstoß© claffra / Fotolia.com

Berlin - Im Kampf gegen den Klimawandel dürfen die Städte in aller Welt nach Ansicht führender Regierungsberater kein CO2 mehr ausstoßen. Um die Energiewende zu ermöglichen, müssten der direkte Ausstoß an Kohlenstoffdioxid auf Null gebracht und die Nachfrage nach Energie begrenzt werden, stellte der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU) in einem Gutachten fest.

Straßenverkehr minimieren

Dafür sollten unter anderem Wohn- und Arbeitsorte der Menschen nahe beieinander liegen und die Städte fußgängerfreundlich sein. Sie bräuchten zudem sichere Radwege und einen günstigen und gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr, heißt es in dem am Montag vorgestellten Gutachten. Ob die Belastungsgrenzen des Planenten überschritten würden, hänge von den "reifen" Städten sowie den neu entstehenden in Asien und Afrika ab.

CO2-Quellen sollen bis 2070 verschwinden

Die Experten empfehlen, jedem Stadtbewohner weltweit bis zum Jahr 2030 Zugang zu "bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie" zu sichern und bis spätestens 2070 alle CO2-Emissionsquellen, etwa im Verkehr und der Industrie, durch Alternativen zu ersetzen. Statt mit Stahlbeton sollen klimafreundlichere Baustoffe verwendet werden.

CO2 trägt zu 76 Prozent zur Erderwärmung bei

Deutschland müsse das Thema während seiner G20-Präsidentschaft 2017 dauerhaft auf die Tagesordnung der Gruppe aus 19 Staaten und EU bringen. CO2 ist das wichtigste Treibhausgas. Kohlendioxid trägt zu 76 Prozent zum Treibhauseffekt bei, also der Erderwärmung, die unter anderem Wetterextreme und den Anstieg der Meeresspiegel verursacht.

Urbanisierung spielt eine immense Rolle

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass bis Mitte des Jahrhunderts rund zwei Drittel der Menschen - dann etwa 6,5 Milliarden - in Städten leben werden. Die Urbanisierung, also der Umzug vom Land in die Städte, spielt sich in den kommenden Jahrzehnten vor allem in Asien und Afrika ab. Sie könne der "wirkungsnächtigste Prozess sozialen Wandels im 21. Jahrhundert werden", schreiben die WBGU-Experten.

Initiativen mahnen sie nicht nur im Bereich des Klimaschutzes an. Die wachsende Stadtbevölkerung müsse auch Zugang zu Infrastruktur, Arbeit und Möglichkeiten der Mitgestaltung und -bestimmung bekommen. "Wie wir in den Städten leben, ist gestaltbar", betonen die Wissenschaftler.

Quelle: DPA