Die Verfahren des Kartellamtes gegen 30 Gasversorger sind beendet. Kunden der betroffenen Versorger werden nun um rund 444 Millionen Euro entlastet. Die Verfahren gegen die Gasversorger wurde 2008 wegen Verdachts auf missbräuchlich überhöhte Preise eingeleitet.
Bonn (afp/red) - Das Einschreiten des Bundeskartellamtes gegen überhöhte Gaspreise hat die Kunden der betroffenen Versorger um rund 444 Millionen Euro entlastet. Die Summe setzt sich aus Rückerstattungen in Höhe von 130 Millionen Euro und einer indirekten Entlastung durch unterlassene Preiserhöhungen von 314 Millionen Euro zusammen, wie die Wettbewerbshüter am Mittwoch in Bonn mitteilten. "Inzwischen haben auch auf den Gasmärkten erste Elemente von Wettbewerb Einzug gehalten", erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. "Die Verbraucher sollten von den bestehenden Wechselmöglichkeiten umfassend Gebrauch machen, um den Druck auf die Versorger zu erhöhen."
Verfahren wurde 2008 eingeleitet
Das Kartellamt hatte 2008 gegen 30 Gasanbieter Verfahren wegen Verdachts auf missbräuchlich überhöhte Preise eingeleitet und in der Folge umfangreiche Zusagen mit den Unternehmen vereinbart. Dabei hatten die Versorger zugesichert, den Kunden für 2007 und 2008 die 130 Millionen Euro zurückzuerstatten und sich dieses Geld auch nicht durch Preiserhöhungen im Jahr 2009 wieder zurückzuholen. Eine Überprüfung des Kartellamts ergab nun, dass die Versorger diese Zusagen einhielten. Ihre Gaspreisverfahren stellte die Behörde daraufhin endgültig ein.
Der angekündigte Transit-Stopp für russisches Gas über Weißrussland nach Europa hat für die Kunden des größten deutschen Gasimporteurs E.ON Ruhrgas nach Angaben eines Sprechers keine Auswirkungen. Die Speicher würden auch im Winter genügend gefüllt sein. Das Unternehmen bezieht rund ein Viertel seines Gases aus Russland.
Die deutschen Ferngasversorger können künftig wieder freier agieren. Das Bundeskartellamt entschied am Dienstag, die bisher geltende Begrenzung von Laufzeiten und Bezugsquoten in der Vertragsgestaltung mit Gasendverteilern nicht zu verlängern. Das ist vor allem für Stadtwerke eine gute Nachricht.
Der vor allem auf Geschäftskunden spezialisierte Energieanbieter Watt Deutschland hat eine neue Tochtergesellschaft gegründet. Zudem tritt Watt nun auch als Gasanbieter auf. Die neuen Angebote sollen der Kernzielgruppe, primär mittelständischen Unternehmen, mehr Möglichkeiten bieten.
Mit FlexGas hat ein neuer bundesweiter Gasanbieter sein Geschäft aufgenommen und will Schwung in den Gasmarkt bringen. Der Gasanbieter punktet mit günstigen Preisen, jedoch muss der Kunde dafür seine Gasrechnung für 3 oder 12 Monate im Voraus zahlen.
Der Gasanbieter
FlexGas bietet ab sofort Gastarife deutschlandweit an und möchte so Schwung in den Gasmarkt bringen. Eine Preisbindung an Öl oder andere Energieträger gibt es bei FlexGas nicht. Die Bundesnetzagentur hatte vor kurzem die Voraussetzung für mehr Wettbewerb geschaffen.