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Sibirisches Gas

Arbeiten an Ostseepipeline vor deutscher Küste abgeschlossen

Fristgerecht zum Jahreswechsel seien die Verlegearbeiten für die deutsch-russische Ostseepipeline vor der Küste von Mecklenburg-Vorpommern abgeschlossen worden. Damit liegt man mit dem Projekt im Zeitplan, wie das Betreiberkonsortium Nord Stream mitteilte.

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Lubmin (dapd/red) - "Wir gehen davon aus, dass der erste Strang der 1.224 Kilometer langen Pipeline im Oktober mit einem Festakt in Lubmin in Betrieb genommen wird," teilte der für Deutschland zuständige Projektleiter Georg Nowack am Donnerstag in Lubmin mit. Jährlich sollen dann durch die erste Leitung etwa 27,5 Milliarden Kubikmeter sibirisches Erdgas nach Lubmin fließen. Ist die Pipeline ganz fertiggestellt, sollen es 55 Milliarden Kubikmeter sein, die rund 26 Millionen Haushalte versorgen sollen.

Insgesamt wurden 110 Kilometer Rohrleitung vom Anlandepunkt in Lubmin durch das deutsche Küstenmeer verlegt. Seit Mai 2010 waren etwa 1.000 Spezialisten an Bord von 110 Schiffen im Einsatz. Für die Verlegung in unterseeischen Rohrgräben wurden 2,2 Millionen Kubikmeter Bodengrund ausgehoben. Das Kies- und Sandmaterial wurde größtenteils auf einer Klappstelle vor Usedom zwischengelagert und nach der Verlegung wieder in die Gräben verfüllt.

900 Kilometer Leitung durch die Ostsee verlegt

Nach Angaben von Nord Stream wurden bislang etwa 900 Kilometer Leitung, also drei Viertel des ersten Rohrstrangs, durch die Ostsee verlegt. Derzeit befinden sich zwei Verlegeschiffe in finnischen und schwedischen Hoheitsgewässern im Einsatz. Nach Abschluss der Bauarbeiten für den ersten Strang sollen im Mai die ersten Drucktests beginnen. Geplant seien Durchlasstests mit chemikalienfreiem Wasser, eine anschließende Trocknung der Leitung und ein Stickstoff-Drucktests, sagte Nowack.

Der Bau des zweiten Leitungsstrangs, der im Jahre 2012 in Betrieb gehen soll, beginnt den Plänen zufolge im Oktober. Auf polnischen Wunsch sei der Trassenverlauf durch die Pommersche Bucht nochmals leicht geändert worden, sagte Nord-Stream-Planungschef Jens Lange. Die Leitung werde somit durch tieferes Wasser geführt, so dass auch Großtanker mit einem Tiefgang von bis zu 13,5 Metern das geplante Flüssiggasterminal im polnischen Hafen Swinemünde erreichen könnten.