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Energieversorgung

ARD: Gaskraftwerk Irsching soll vom Netz

Selbst das modernste Gaskraftwerk in Bayern scheint einem Bericht zufolge nicht mehr rentabel zu sein. Die Betreiber des Kraftwerks Irsching wollen demnach die Stilllegung noch in diesem Monat beantragen. Das dürfte vor allem Ministerpräsident Seehofer unter Druck setzen.

Gaskraftwerk© Ralf Urner / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Deutschlands modernstes Gaskraftwerk Irsching bei Ingolstadt steht nach ARD-Informationen vor dem Aus. Die Gesellschafter Eon, HSE, Mainova und N-Ergie wollten noch im März die Stilllegung beantragen, berichtet der Sender. Im vergangenen Jahr habe das Kraftwerk nicht Energie für den Strommarkt produziert, sondern lediglich auf Anweisung der Bundesnetzagentur und der Übertragungsnetzbetreiber, um das Netz zu stabilisieren.

2016 vermutlich kein Gewinn mehr

Die Betreiber gingen nicht mehr davon aus, dass das Werk im kommenden Jahr schwarze Zahlen schreiben werde. "Energiepolitisch veränderte Rahmenbedingungen haben es so weit an den Rand des Marktes gedrängt, dass die Kosten kaum noch erwirtschaftet werden können", sagte ein Eon-Sprecher dem ARD-Hauptstadtstudio.

Kraftwerke sollen Versorgung sichern

Eine Stilllegung dürfte vor allem Bayerns Ministerpräsidenten, CSU-Chef Horst Seehofer, unter Druck setzen. Denn Bayern benötigt fossile Kraftwerke um nach der Stilllegung aller Atomkraftwerke 2022 Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Die Lage wird noch dadurch verschärft, dass das Land bei der Planung zweier Stromtrassen zum Transport von Windenergie aus dem Norden in den Süden auf der Bremse steht.

Update: Eon bestätigt Irsching-Pläne

Ein Sprecher des Eon-Konzerns in Düsseldorf bestätigte am Freitag die Pläne für den Antrag zur Stilllegung. Abgeschaltet werden könnte sie frühestens Ende März 2016, die Betreiber müssten dies ein Jahr vorher bei der Bundesnetzagentur beantragen.

Die Behörde kann Abschaltungs- und Stilllegungsanträge für Kraftwerke, die für die deutsche Stromversorgung wichtig sind, ablehnen. Dann müssen die Besitzer sie weiterbetreiben und bekommen dafür eine regulierte Vergütung. Stilllegungsanträge für Anlagen südlich der Mainlinie werden von der Behörde wegen der möglicherweise schwierigen Versorgung in Süddeutschland in der Regel abgelehnt.

Im Fall von Irsching wäre eine Zustimmung der Behörde aus Sicht von Fachleuten eher unwahrscheinlich.

Quelle: DPA