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Abkommen

Aserbaidschan will die EU mit Erdgas beliefern

Die EU ist ihrem Ziel, ihre Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern, wieder ein Stück nähergekommen. Aserbaidschans Präsident unterzeichnete eine Absichtserklärung, nach der das Land bereit ist, langfristig große Mengen an Erdgas an die EU zu liefern. Davon könnte auch die geplante Nabucco-Pipeline profitieren.

Gaskosten© Jaap2 / iStockphoto.com

Brüssel/Baku (afp/red) - Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew unterzeichneten am Donnerstag eine Absichtserklärung über Lieferungen in die EU, wie die Kommission in Brüssel mitteilte. Damit verpflichte sich Aserbaidschan langfristig zur Lieferung "beträchtlicher Mengen" von Erdgas über den sogenannten Südlichen Korridor, der an Russland vorbeiführt und für den unter anderem die Pipeline Nabucco geplant ist.

"Dieses Abkommen stärkt Europas direkten Zugang zu Gas aus dem Kaspischen Becken", erklärte Barroso in der aserbaidschanischen Stadt Baku. EU-Energiekommissar Günther Oettinger verwies auf steigende Gasimporte in den kommenden Jahrzehnten: Vor diesem Hintergrund "brauchen wir neue Lieferländer". Über welche Pipeline einmal Gas aus Aserbaidschan nach Europa strömen soll, ist laut Erklärung noch offen.

Hoffnung für Nabucco

Die Sicherung ausreichender Liefermengen gilt als Haupthindernis für Projekte wie Nabucco, an dem auch der deutsche RWE-Konzern beteiligt ist. Die Röhre soll von den südlichen und östlichen Grenzen der Türkei aus Gas über den Balkan bis zu einem Verteilerpunkt nahe Wien pumpen. Mit einer endgültigen Entscheidung über den Bau rechnet das Konsortium für Ende des Jahres, wie eine Sprecherin in Wien gegenüber AFP erklärte. Dazu müsse zunächst die jährliche Lieferung von "zwischen 10 und 15 Milliarden Kubikmetern" Gas garantiert sein, "mit Ausblick auf einen kontinuierlichen gesicherten Kapazitätsaufbau".