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Solbetrieb gestartet

Baubeginn für Erdgas-Kavernen in Ostfriesland

Im ostfriesischen Jemgum haben am Montag die Arbeiten für den Bau unterirdischer Erdgasspeicher begonnen. Die Speichermenge pro so genannter Kaverne soll ausreichen, um 20.000 Haushalte ein Jahr lang mit Gas zu versorgen. Umweltschützer haben Bedenken gegen das Projekt.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Jemgum (ddp/red) - Die Energieunternehmen Wingas aus Kassel und EWE aus Oldenburg wollen im dortigen Salzstock in den nächsten Jahren insgesamt 33 sogenannte Kavernen errichten. Jede von ihnen hat einen Durchmesser von etwa 80 Meter und ist bis zu 400 Meter hoch.

EWE-Gesamtprojektleiter Ralf Riekenberg startete in einem symbolischen Akt den so genannten Solbetrieb. Dabei wird künftig Frischwasser aus der Ems in die derzeit fünf im Salzstock angelegten Bohrlöcher eingeleitet. Dadurch entstehe in den nächsten zwei bis drei Jahren am Ende eines jeden Bohrloches eine Kaverne, sagte Riekenberg. Die Speichermenge pro Kaverne reiche aus, um etwa 20.000 Haushalte ein Jahr lang mit Erdgas zu versorgen.

Das bei dem Solprozess mit Salz anreicherte Frischwasser wird über eine 42 Kilometer lange Leitung von Jemgum bis zum Rysumer Nacken transportiert, wo es in die Nordsee gelangt.

Riekenberg widersprach der Auffassung von Umweltverbänden, die wegen des Projekts einen unkontrollierten Anstieg des Salzgehalts der Nordsee befürchten. Der Einleitung seien umfangreiche Gutachten und Untersuchungen vorausgegangen, die alle die Umweltverträglichkeit dieses Projektes bestätigt hätten, sagte er. Der Einleitprozess werde durch ständige behördliche Messungen überwacht. Die Bedenken von Naturschützern und den von diesem Projekt unmittelbar betroffenen Menschen würden ernst genommen, sagte Riekenberg.