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Gletscherschmelze

Bauer aus Peru verklagt RWE wegen CO2-Ausstoß

Die RWE-Kraftwerke stoßen das Treibhausgas CO2 aus, das bekanntermaßen zur Erderwärmung und damit zu einem Wandel des Klimas beiträgt. Aber kann man den Konzern deshalb mit einer Klage zu Klimaschutzmaßnahmen zwingen? Ein peruanischer Kleinbauer startet vor dem Klimagipfel den Versuch.

RWE

Essen (dpa/red) - Wenige Tage vor dem Weltklimagipfel hat ein peruanischer Kleinbauer den Stromriesen RWE verklagt, weil er durch die CO2-Emissionen der RWE-Kraftwerke sein Haus gefährdet sieht. Der Kläger Saúl Luciano verlange von RWE, sich mit knapp 20.000 Euro an Schutzmaßnahmen gegen schmelzendes Gletschereis in den Anden zu beteiligen - und will das nun vor dem Landgericht Essen durchsetzen. Über den Fall hatte zuerst die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Dienstag) berichtet.

Gletscherschmelze bedroht das Haus

Die durch die Erderwärmung ausgelöste Gletscherschmelze bedrohe das im Tal gelegene Haus des Klägers in der Stadt Huaraz etwa 450 Kilometer nördlich von Lima, teilte die Umweltorganisation Germanwatch am Dienstag mit. Die Summe entspreche dem in Studien festgestellten Anteil von RWE an der weltweiten Emission von Treibhausgasen. Die Klage wurde beim Landgericht Essen eingereicht.

RWE sieht keine Grundlage für einen Rechtsanspruch

Ein RWE-Sprecher sagte, das Unternehmen sehe keine Grundlage für einen Rechtsanspruch. Bereits in den 1990er Jahren hätten Bundesgerichtshof und Bundesverfassungsgericht eine Haftung einzelner Anlagenbetreiber für allgemeine Luftverunreinigungen verneint. In dem Urteil ging es um Waldschäden als Folge von Schwefeloxidemissionen in ganz Europa. Für weltweite Treibhausgase müsse diese Rechtsprechung erst recht gelten, sagte der Sprecher.

Quelle: DPA