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Thema Fracking

Bedenken der Bürger sollen ernst genommen werden

Die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen will Bedenken der Bürger gegen Erdgas-Probebohrungen ernst nehmen, aber auch die Opposition fordert vorsichtiges Vorgehen und Transparenz seitens der Förderkonzerne. Vor allem die Sicherheit des Trinkwassers spielt dabei eine Rolle.

Gasflamme© ArtmannWitte / Fotolia.com

Düsseldorf (dapd/red) - "Das Grundwasser muss geschützt sein", sagte Wirtschafts- und Energieminister Harry Voigtsberger (SPD) am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag. Hier werde es "keinerlei Kompromisse" geben. Die Sicherheit des Trinkwassers sei ein hohes Gut. Bei der wasserrechtlichen Prüfung durch die Bezirksregierung Arnsberg werde deshalb sehr sorgsam vorgegangen. NRW bereite außerdem derzeit eine Bundesratsinitiative zur Novellierung des Bergrechts vor, auch um die Rechte der Bürger und die "Dialogkultur" zu stärken.

Verunreinigung des Grundwassers befürchtet

Neben einfachen Bohrungen wird hydraulischer Druck eingesetzt (Fracking oder Fracing), um das Gestein aufzubrechen und das Gas freizusetzen. Umweltschützer befürchten durch die dazu in den Boden gepressten Chemikalien Verunreinigungen des Grundwassers. Für das sogenannte Fracking wurde in NRW laut Voigtsberger aber bisher kein Antrag gestellt. Schon 2008 habe es erste Probebohrungen in NRW gegeben. Neben der Landesregierung fordert auch die Opposition mehr Aufklärung und Information. Als einzige Fraktion lehnten die Linken jedwede Probebohrung nach Erdgas aus Sicherheitsgründen vehement ab.

Exxon will offener informieren

In NRW gibt es seit Wochen Diskussion um Erdgas-Probebohrungen. Vor allem im Münsterland protestieren Bürger dagegen. Der amerikanische Ölkonzern Exxon will im bevölkerungsreichsten Bundesland laut Medienberichten einen dreistelligen Millionenbetrag für die Suche nach dem Rohstoff investieren. Angesichts der öffentlichen Debatte hat der Konzern bereits einen offeneren Umgang mit Informationen angekündigt. Unabhängige Experten sollen die Bohrungen begleiten, über die benutzten Chemikalien soll auf einer Website informiert werden. Sollten Risiken für Mensch und Umwelt festegestellt werden, werde man auf Fracking verzichten.

19 Erdgasfelder wurden nach Angaben der Landesregierung bisher landesweit von Unternehmen reserviert. Neben dem Münsterland sind auch Gebiete im Rheinland, in Ostwestfalen und im Ruhrgebiet als Erdgasfelder ausgewiesen. Sogenannte Bergbauberechtigungen zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen werden bereits seit den 1960er Jahren vergeben. Bei den Rechteinhabern handelt es sich unter anderem um die Stadtwerke Hamm, BNK Petroleum aus Kanada, die RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH, Wintershall sowie die Queensland Gas Company aus Australien.