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Einigung

Berlin will Fracking unter Auflagen zulassen

Die Bundesregierung hat sich einem Bericht zufolge auf eine Regelung der Förderung von schwer zugänglichem Schiefergas geeinigt. Wie das "Handelsblatt" in seiner Dienstagsausgabe unter Berufung auf den Entwurf für eine Verordnung berichtete, soll das umstrittene "Fracking" unter strengen Auflagen zugelassen werden.

Fracking© VKU/regentaucher.com

Berlin/Mannheim (AFP/red) - Vorgesehen ist demnach ein Verbot von Fracking in Trinkwasserschutzgebieten. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) einigten sich demnach außerdem darauf, dass es bei allen Vorhaben Umweltverträglichkeitsprüfungen geben soll.

"Bedeutsame Ressource"

Die Energieressource wird in dem Papier gleichwohl als "sehr bedeutsam" bezeichnet. In Deutschland finden sich schwer zugängliche Schiefergasvorkommen über das Land verteilt in verschiedenen Regionen, unter anderem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zufolge lagern unter der Oberfläche bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter Gas aus solchen Vorkommen. Damit könnte Deutschland über ein Jahrzehnt ohne Lieferungen aus dem Ausland auskommen.

Fracking ist hoch umstritten

Die Abbaumethode ist aber umstritten. Der Begriff steht kurz für "hydraulic fracturing", was so viel wie hydraulisches Aufbrechen bedeutet. Dabei wird Flüssigkeit in das Gestein gepresst und dadurch Druck erzeugt, um Öl und Gas freizusetzen. Kritiker bemängeln unter anderem den Einsatz von Chemikalien, in denen sie eine Gefahr für das Trinkwasser sehen.

Derzeit gar nicht wirtschaftlich?

Kürzlich zeigte eine Studie, dass die Ausbeutung schwer zugänglicher Gasvorkommen mittels Fracking in Deutschland und der EU weit entfernt von wirtschaftlicher Rentabilität sei. Bei den aktuellen Gaspreisen würde sich der Einsatz der umstrittenen Methode "überhaupt nicht lohnen". Das teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Anfang des Monats in Mannheim mit. Erst wenn die Preise für konventionell gefördertes Gas "deutlich stiegen, wäre eine Förderung in der EU wirtschaftlich sinnvoll".

Quelle: AFP