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Sachsen-Anhalt

Besseres Müllsystem für mehr Biomasse-Strom

Mit einem besseren Abfallsystem könnte Sachsen-Anhalt mehr Strom aus Biomasse gewinnen. Das geht aus einer am Mittwoch in Magdeburg vorgestellten Studie hervor. Wenn die Bio- und Grünabfälle der Haushalte besser verwertet werden könnten, ließe sich die Menge an Biomüll quasi verdoppeln.

Biogas© Thomas Otto / Fotolia.com

Magdeburg (dapd/red) - In Sachsen-Anhalt stammen mehr als 40 Prozent der Nettostromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Den größten Anteil liefert dabei die Windenergie mit 65 Prozent. Die Produktion von Strom aus Biomasse steht an zweiter Stelle mit 27 Prozent. In Sachsen-Anhalt sind den Angaben zufolge 275 Biogasanlagen in Betrieb. Die Studie stammt vom Dresdener Unternehmen Intectus GmbH - Abfallwirtschaft und umweltintegratives Management.

Beinahe Verdoppelung möglich

Mit einer optimierten Erfassung und Verwertung der Bio- und Grünabfälle der Haushalte wäre eine Erhöhung des über die Biotonne erfassten Biomülls von rund 120.000 Tonnen auf etwa 255.000 Tonnen pro Jahr und der Grünabfälle von rund 86.000 Tonnen auf 150.000 Tonnen pro Jahr möglich, teilte das Umweltministerium mit Blick auf die Studie weiter mit. Ein Teil der Abfälle, die bisher in der Landwirtschaft verwertet oder ausschließlich kompostiert würden, könnten vergärt und dann kompostiert werden. Dadurch stünden jährlich zusätzlich rund 57.000 Tonnen bereit.

Nicht überall wird Biomüll getrennt gesammelt

Aus der Studie geht hervor, dass die Mengen an Bio- und Grünabfällen im Vergleich zu 2006 bis 2010 um 8.330 Tonnen pro Jahr gestiegen sind. Die Analyse der Entsorgungsgebiete zeige jedoch auch, dass nicht überall Bio- und Grünabfall getrennt gesammelt werden.

Umweltstaatssekretärin Anne-Marie Keding (CDU) sieht ein großes Potenzial für die Kommunen. "Eine dezentrale Energieversorgung ermöglicht, die Wertschöpfung aus erneuerbaren Energien vor Ort zu belassen", sagte sie. Zudem könne die energetisch-stoffliche Nutzung von Bioabfällen Konkurrenzen zur Nahrungsmittelproduktion verringern.