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Informationslücken

Bevölkerung wird ungenügend über Fracking aufgeklärt

Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger (SPD) hat die Bezirksregierung Arnsberg wegen angeblich lückenhafter Informationen über das umstrittene Fracking-Verfahren bei Erdgasbohrungen kritisiert. Er wolle die Öffentlichkeit künftig besser aufklären, sagte Voigtsberger.

Gas-Preisvergleich© by-studio / Fotolia.com

Düsseldorf (dapd-nrw/red) - So sei erst im April bekannt geworden, dass 1995 ein Konsortium von Energieunternehmen probeweise gefrackt habe. Des Weiteren habe die Bezirksregierung erst im vergangenen Monat über eine Genehmigung von Fracking-Maßnahmen für die Firma Exxon Mobil vom März 2009 berichtet. Wegen dieser fehlenden Information habe das Ministerium dem Landtag zuvor fälschlicherweise mitgeteilt, es habe noch keine Zulassungen von Fracking-Maßnahmen gegeben.

Gegner fürchten Verunreinigung des Grundwassers

Gegner der Methode, bei der ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst wird, um dort in undurchlässigen Gesteinsschichten lagerndes Erdgas freizusetzen, fürchten eine Verunreinigung des Grundwassers. Die Bezirksregierung erklärte, dass Exxon zunächst lediglich mit Wasser und Sand, aber ohne Chemikalien bohren wollte, das Vorhaben letztlich aber gar nicht umsetzte. "Wegen der minimalen Umweltbelastung der geplanten Maßnahme" sei das Ministerium nicht informiert worden, hieß es.

Voigtsberger kritisierte weiter, dass sein Haus auch nicht über eine im September 2010 erteilte Zulassung für einen sogenannten Drucktest informiert worden sei. Die Landesregierung werde nun prüfen, ob es dabei zu Verstößen wie etwa einem Aufbruch des Gesteins gekommen sei. Der Minister kündigte an, organisatorische und personelle Konsequenzen bei der Bezirksregierung zu prüfen.