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Untersuchung

Biogasanlagen vom Botulismus-Verdacht befreit

Das Auftreten von Botulismus in einigen Rinderbeständen Norddeutschlands führte zu Vermutungen, dass Biogasanlagen schuld sein könnten. In ihnen hätte es zu einer deutlichen Vermehrung von Krankheitserregern kommen können. Eine Untersuchung spricht die Anlagen jetzt vom Verdacht frei.

Gas-Preisvergleich© by-studio / Fotolia.com

Hannover (dapd-nrd/red) - Von Biogas-Anlagen gehen nach einer Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover keine Botulismus-Gefahren für Mensch und Tier aus. Demnach wurde kein Nervengift bildendes Clostridium botulinum nachgewiesen und ebenso keine Keimanreicherungen in Gärresten. Im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums sollte die Untersuchung die von den Anlagen ausgehende Gefährdung klären, wie das Ministerium am Mittwoch mitteilte.

Proben aus 15 Biogasanlagen untersucht

Untersucht wurden während des bundesweit bisher aufwendigsten Monitorings den Angaben zufolge Proben aus insgesamt 15 Biogasanlagen in Niedersachsen. Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) zeigte sich erfreut über das Untersuchungsergebnis. "Andernfalls hätten wir die Biogaserzeugung auf der Basis von Gülle, Energiepflanzen und auch Bioabfällen überdenken müssen", sagte er.

Für den Betrieb der derzeitigen sowie der im Bau befindlichen Biogasanlagen werden den Angaben zufolge etwa neun Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Niedersachsen genutzt. Außerdem werden schon heute mit mehr als zehn Millionen Tonnen Gülle und rund 1,4 Millionen Tonnen Bioabfällen mehr als 50 Prozent der Gärsubstrate aus Reststoffen und landwirtschaftlichen Nebenprodukten gewonnen.