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Statement

Biogasbranche stellt sich gegen "wildwüchsigen" Ökostromausbau

Der Biogas-Branchenverband findet es "vernünftig", was Umweltminister Altmaier plant. Zum einen sei eine starke Marktorientierung in neuen EEG wichtig, um die erneuerbaren Energien wettbewerbsfähig zu machen. Es sei außerdem durchaus sinnvoll, einen "wildwüchsigen Zubau volatiler erneuerbarer Energien" in geordnete Bahnen zu lenken.

Biogas© Thomas Otto / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Biogas-Branchenverband unterstützt den Verfahrensvorschlag von Bundesumweltminister Peter Altmaier zur Neuregelung des Erneuerbaren Energie-Gesetzes (EEG) im Grundsatz. Positiv sei aus Sicht des Verbandes, dass die System- und Marktintegration erneuerbarer Energien im Mittelpunkt steht und am Ziel von 80 Prozent grünem Strom bis zum Jahr 2050 festgehalten werde. Auch die Vermeidung regionaler Überforderungen durch einen zu dichten Anlagenbesatz oder kleinräumige Flächenkonkurrenzen seien wichtige Gesichtspunkte, die der Verband unterstütze, so dessen Geschäftsführer Reinhard Schultz.

Mehr Marktwirtschaft für die Erneuerbaren?

Schultz hält eine starke Marktorientierung des neuen EEG für zwingend erforderlich. "Unser Vorschlag ist es, nur noch die abnehmenden Mehrkosten der Erneuerbaren Energien über eine Umlage zu finanzieren. Dadurch wird die Wettbewerbsfähigkeit der Erneuerbaren mit den konventionellen Energien hergestellt und Strompreise wieder am Markt gefunden." Gegebenenfalls müsse eine Absicherung eines kleineren Teils des Finanzierungsrisikos für Neuanlagen erfolgen, insbesondere für mittelständische Betreiber. Ein solches Marktmodell würde auch zu Unternehmenskonzepten führen, bei denen die erneuerbaren Energien durch Kooperationen sich selbst stabilisieren, ist sich Schultz sicher. Biogas werde dabei eine bedeutende Rolle spielen können.

Biogas erfordere keinen Ausbau des Stromnetzes

Ein Quotenmodell, bei dem die Energieversorger verpflichtet werden, einen bestimmten Anteil ihres Stroms auf erneuerbarer Grundlage zu produzieren, lehnt der Biogasrat+ ab. Dagegen solle der "wildwüchsige Zubau volatiler erneuerbarer Energien" nach Auffassung des Verbands durchaus in geordnete Bahnen gelenkt werden. Für Biogas und Biomethan gebe es diese Notwendigkeit allerdings nicht. Im Rahmen der vorhandenen Potenziale diene die Erzeugung von Biomethan immer der Stabilisierung des Gesamtsystems und erfordere keinen zusätzlichen Ausbau des Stromnetzes.