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Biogasrat: EHEC entsteht nicht in Biogasanlagen

Der Biogasrat e.V. wehrt sich gegen den Verdacht, der EHEC-Erreger könne sich in Biogasanlagen gebildet haben. Eine Untersuchung zeige, dass durch die Vergärung von Gülle Bakterien deutlich reduziert würden. Daher würden sich Gärreste auch besser als unbehandelte Gülle als Dünger eignen.

Gaskosten© Jaap2 / iStockphoto.com

Berlin (red) - Der EHEC-Erreger entsteht den Ergebnissen der Untersuchung zufolge nicht in Biogasanlagen, sondern ist allgegenwärtig in der Verdauung von Wiederkäuern. Verunreinigtes Futter im Zusammenhang mit der Aufstallung von Rindern unterschiedlicher Herkunft könnte zur Kreuzung von Bakterienstämmen im Pansen von Kühen geführt haben. Auch Nahrungs- oder Futtermittelimporte aus Weltregionen mit hoher EHEC-Dichte, wie zum Beispiel in einigen Ländern Asiens, könnten dazu beigetragen haben.

Vergärung von Gülle reduziert Bakterien

Gülle wird in der Regel in Biogasanlagen vergoren, die ein ähnliches Feuchtigkeits- und Temperaturniveau aufweisen wie der Pansen einer Kuh, jedoch werden durch den Vergärungsprozess bakterielle Kulturen reduziert. Selbst bei niedrigen Betriebstemperaturen (35-40 Grad) würden Bakterien um 99 Prozent gegenüber der unbehandelten Gülle reduziert. Wissenschaftliche Beweise für eine Entstehung oder Vermehrung von Krankheitserregern während des Gärprozesses wurden nicht gefunden.

Lieber Gärreste als Gülle als Dünger verwenden

Das Verbot von Gülle in Intensivkulturen sollte nach Ansicht des Biogasrats auf die Vorbehandlung von Böden, die Aussaat oder das Setzen von Gemüsepflanzen ausgedehnt werden, vor allem wenn die Aufzucht unter Glas oder Folie erfolgt. Gärreste als Dünger einzusetzen, wäre dafür eine Alternative.

Zudem müssen die hygienischen Bedingungen von Fertiggemüsen und Salaten überprüft werden, denn auch hier könnten Restbakterien in der Verpackungsfolie ein ideales Milieu zur Vermehrung finden. Und schließlich gilt nach wie vor: Gemüse sollte vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden. Das gilt vor allem für Rohkost.

Die Suche geht weiter

Die Suche nach dem Ursprung von EHEC geht weiter. Neben Gurken, Tomaten und Sprossen fiel der Verdacht auch auf Biogasanlagen. Mediziner vermuten, dass der Erreger durch Kreuzung und Vermischung von Bakterien in den Anlagen entstanden sein könnte. Gesundheitsminister Bahr sagte beim Sondertreffen in Berlin am 8. Juni, möglicherweise werde der Ursprung nie identifiziert. Die Zahl der Neuinfektionen gehe jedoch zurück.