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Verunsicherung

Bis zu 10.000 Jobs sollen bei E.ON in Gefahr sein (Upd.)

Wie die "Süddeutsche Zeitung" am Samstag berichtete, erwägt der Energieversorger E.ON den Abbau von bis zu 10.000 Stellen weltweit. Das sind mehr als zehn Prozent der gesamten Belegschaft. Damit würde der Stellenabbau weit umfangreicher ausfallen als bereits befürchtet.

Gaskosten© Jaap2 / iStockphoto.com

München (afp/dapd/red) - Zuletzt war in Medienberichten von der Streichung einiger hundert Stellen die Rede gewesen. Möglicherweise werde der Aufsichtsrat des Konzerns bereits auf seiner Sitzung Anfang der kommenden Woche über entsprechende Szenarien informiert, berichtete die "SZ".

Stellenabbau auch in Deutschland

Der bevorstehende Stellenabbau könnte dem Bericht zufolge alle Bereiche und Regionen des Konzerns betreffen. Etwa ein Drittel der Stellen könne dabei auf Deutschland entfallen. Die schlimmsten Szenarien gingen von einer fünfstelligen Zahl betroffener Jobs aus, erfuhr die "SZ" aus Gewerkschaftskreisen. Der Abbau von Personal im vierstelligen Bereich gelte bereits als wahrscheinlich.

Das Düsseldorfer Unternehmen wollte sich gegenüber der Zeitung nicht dazu äußern. "Infolge der erheblich veränderten Rahmenbedingungen prüft E.ON derzeit mögliche Anpassungen der Strategie und der Aufstellung des Unternehmens", sagte ein Sprecher lediglich. "Entscheidungen sind noch nicht gefallen.

Verunsicherung bei der Belegschaft

Als "wilde Spekulation" bezeichnete Christoph Schmitz, Sprecher des Bundesvorstandes der Gewerkschaft Ver.di, die Berichte über einen möglichen Stellenabbau in diesem Ausmaß. Diese sorgten für ein "Höchstmaß an Verunsicherung bei der Belegschaft", zumal niemand wisse, was damit wirklich gemeint sei. Er forderte die Konzernleitung auf, den Betriebsrat "unverzüglich und umfassend über ihre strategischen Überlegungen zu informieren".

Atomausstieg macht Konzernen zu schaffen

E.ON ist mit zuletzt 85.000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 93 Milliarden Euro Deutschlands größter Energiekonzern. Im November - also noch vor dem Beschluss der Bundesregierung zum Atomausstieg - hatte E.ON angekündigt, bis Ende 2013 Unternehmensanteile im Gesamtwert von 15 Milliarden Euro verkaufen zu wollen, um seinen gigantischen Schuldenberg abzubauen und Spielraum für Investitionen zu haben. Der Atomausstieg hat den Druck auf die großen Energiekonzerne erhöht. Ende Juli war in Medienberichten bereits von der Schließung dreier großer E.ON-Standorte die Rede gewesen.

Update: Rund 6.600 Stellen in Deutschland betroffen

Bis 2015 sollen möglicherweise zwischen 9.000 und 11.000 Arbeitsplätze wegfallen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Damit bestätigte E.ON die seit Tagen schwelenden Gerüchte. E.ON-Vorstandschef Johannes Teyssen will seine Pläne für den Konzernumbau am Donnerstag vor Beschäftigten der Essener Gastochter Ruhrgas erläutern.

Laut Verdi liegen rund 60 Prozent der vom Stellenabbau betroffenen Arbeitsplätze in Deutschland. Demnach würden hierzulande rund 6600 Stellen abgebaut. Zur Disposition stellt E.ON der Gewerkschaft zufolge alle Verwaltungseinheiten, insbesondere E.ON Energie in München und die drei Kraftwerk-Gesellschaften. Medien hatten in den vergangenen Wochen berichtet, dass auch die Gastochter E.ON Ruhrgas vom geplanten Konzernumbau betroffen sein könnte. E.ON selbst machte keine Angaben, ob ganze Standorte in Frage stehen.