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Erdgas-Förderung

Briten ermöglichen Total-Konzern Fracking

An dem Fracking-Geschäft in Großbritannien will nun auch das französisches Unternehmen Total teilhaben. Wegen der noch unbekannten Risiken bleibt das Verfahren in Frankreich und Deutschland vorerst verboten. Der britische Premierminister Cameron hat betroffenen Kommunen als Ausgleich mehr Geld versprochen.

Hydraulic Fracturing© Nightman1965 / Fotolia.com

Paris (AFP/red) - Der französische Energiekonzern Total steigt in Großbritannien ins umstrittene Fracking-Geschäft ein. Das Unternehmen habe einen Anteil von 40 Prozent an zwei Förderlizenzen für Schiefergas erworben, teilte Total am Montag in Paris mit. Die Lizenzen beziehen sich demnach auf ein Gebiet von 240 Quadratkilometern im Zentrum von England. An den Projekten sind neben Total auch eine Firma aus Singapur sowie drei britische Unternehmen beteiligt.

Fracking in Frankreich verboten

Total ist nach dem Gaskonzern GDF Suez das zweite französische Unternehmen, das in Großbritannien Schiefergas fördern will. In Frankreich ist Fracking verboten. Bei dieser Methode wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Chemikalien und Chemie in den Boden gepresst, um Gestein aufzuspalten und das darin enthaltene Erdgas zu fördern.

Wirtschaftliche Sicherheit für Großbritannien

Anders als Paris will die britische Regierung Fracking gezielt fördern. Künftig würden Gemeinden, auf deren Gebiet Fracking betrieben werde, sämtliche von den Förderunternehmen gezahlten Steuern erhalten, kündigte Premierminister David Cameron am Montag an. Bislang erhalten die Kommunen 50 Prozent der Steuereinnahmen. Cameron erklärte, die Schiefergasförderung bringe Großbritannien zusätzliche Arbeitsplätze und "wirtschaftliche Sicherheit".

Vorwürfe von Umweltschützern

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warf Cameron vor, er wolle die Kommunen mit Geld dazu bringen, die Risiken des Frackings zu ignorieren. Die Gruppe Friends of the Earth nannte es "ironisch", dass eine französische Firma in Großbritannien die in Frankreich verbotene Fördermethode anwenden wolle.

Entscheidung für Deutschland ausgesetzt

In Deutschland gibt es bislang auf Bundesebene keine gesetzliche Regelung zum Fracking. Im vergangenen Sommer wurde ein Gesetzesvorhaben zur Förderung von Schiefergas vorerst auf Eis gelegt. Der Text sah vor, Fracking zwar grundsätzlich zu erlauben, aber sehr strenge Auflagen für die Förderung zu machen.

Quelle: AFP