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Mehr Flexibilität

Bundesnetzagentur passt Regeln für Gastransport an

Die Bundesnetzagentur hat eine Festlegung erlassen, mit der die Regelungen für Gastransporte neu gestaltet werden. Mit der Festlegung, die bestehende Vorgaben für den Netzzugang ergänzt und vereinheitlicht, sollen die Rahmenbedingungen für den Gaswettbewerb weiter verbessert werden.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Bonn (red) - Derzeit könne ein nennenswerter Teil der Nachfrage nach festen Transportkapazitäten nicht befriedigt werden, so die Netzagentur. Dies wirke sich als Markteintrittsbarriere aus. Insbesondere an den Grenzen der Marktgebiete und an den nationalen Grenzen seien buchbare Kapazitäten ein knappes Gut. Gleichzeitig seien die Netze häufig technisch nicht ausgelastet.

Neue Impulse für den Wettbewerb

Gegenwärtig muss ein Händler konkret angeben, durch welche Leitung sein Gas beim Austritt aus dem einen Marktgebiet und beim Eintritt in ein angrenzendes Marktgebiet fließen soll. Dieser Transaktionsprozess soll durch die neue Festlegung vereinfacht werden. "Künftig werden sich die Buchung der Transportkapazität und die Anmeldung des Gasflusses nur noch auf den Übergang von einem in ein anderes Marktgebiet beziehen. Dies erleichtert den Händlern den Verkauf ihres Gases auch in angrenzenden Marktgebieten und erhöht die Liquidität, was dem Wettbewerb auf den Großhandelsmärkten zusätzliche Impulse geben kann," so Matthias Kurth, Präsident der Netzagentur.

Ein weiterer Schwerpunkt der Festlegung liegt in der Ausgestaltung von Auktionsverfahren. Die Entscheidung konkretisiert und vereinheitlicht das geltende Recht, das bereits eine Versteigerung von Leitungskapazitäten vorsieht. Schließlich soll die Festlegung die Voraussetzungen dafür schaffen, technisch ungenutzte Kapazitäten wirtschaftlich nutzbar zu machen und hierdurch einer größeren Zahl von Transportkunden den gleichzeitigen Netzzugang zu ermöglichen.

Mehr Flexibilität und bessere Nutzung der Kapazitäten

Absehbar ungenutzte Kapazitäten sollen kurzfristig an den Markt zurückgegeben werden, sodass sie von anderen Transportkunden genutzt werden können. Damit verbindet sich die Erwartung, dass der Transportkunde flexibler auf kurzfristige Entwicklungen auf den nationalen und internationalen Gashandelsmärkten reagieren kann. "Der Handel zwischen internationalen Großhandelsplätzen für Gas soll erleichtert, der Wettbewerb an den innerdeutschen Marktplätzen intensiviert und das Zusammenwachsen des europäischen Binnenmarkts gefördert werden", so Kurth.