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Schiefergas-Ausbeutung

Bundesrat fordert scharfe Regeln für Fracking

Für die Erlaubnis zur Ausbeutung von Schiefergasvorkommen unter der Erdoberfläche Deutschlands sollen nach dem Willen des Bundesrates künftig verbindliche Prüfungen zur Umweltverträglichkeit Pflicht werden. Der Bundesrat forderte die Bundesregierung am Freitag in Berlin auf, Umweltverträglichkeitsprüfungen für obligatorisch zu erklären.

Gasflamme© Gramper / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Die Bundesregierung solle "kurzfristig die entsprechenden Rechtsänderungen" vorlegen, hieß es in einer Erklärung der Länderkammer. Die Länder lehnten "insbesondere den Einsatz umwelttoxischer Chemikalien" beim sogenannten Fracking ab, solange deren Risiken nicht geklärt seien. Der Bundesrat warnte zudem "vor Gefahren für Trinkwasser- und Heilquellenschutzgebiete". Genehmigungen zum Einsatz des Frackings dürften erst erteilt werden, wenn "zweifelsfrei geklärt" sei, dass eine "nachhaltige Veränderung" der Wasserqualität ausgeschlossen sei.

Warum Fracking hoch umstritten ist

Das Fracking wird zur Ausbeutung schwer zugänglicher Gasvorkommen genutzt. Der Begriff steht kurz für "hydraulic fracturing". Zu deutsch bedeutet dies so viel wie hydraulisches Aufbrechen. Die Methode beruht darauf, Wasser und Chemikalien unter hohem Druck in tiefe Gesteinsschichten zu pressen, diese dadurch aufzubrechen und Gas herauszulösen. Kritiker bemängeln unter anderem den Einsatz der Chemikalien. Die Substanzen könnten durch undichte Stellen ins Erdreich eindringen und dadurch das Grundwasser verunreinigen.

Derzeit wohl keine Genehmigungen

Laut Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe lagern unter der Oberfläche der Bundesrepublik bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter Erdgas aus Schiefergestein. Damit könnte Deutschland über ein Jahrzehnt ohne Lieferungen aus dem Ausland auskommen. Wegen der kontroversen Diskussion rund ums Fracking und der unklaren Rechtslage können Energieunternehmen derzeit nicht mit Genehmigungen für die Erkundung von Vorkommen oder für deren Ausbeutung rechnen.

Quelle: AFP