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Emissionshandel

CO2-Zertifikate werden verknappt

Die Verknappung der CO2-Zertifikate hat begonnen. Der Handel mit Emissionen sollte ursprünglich die Wirtschaft dazu bewegen, weniger Treibhausgase zu produzieren. Wie angekündigt wird die Anzahl der Zertifikate nun nach und nach reduziert, um die Preise für den CO2-Ausstoß wieder in die Höhe zu treiben.

CO2© designeo / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Seit Montag wird die Zahl der Kohlendioxid-Zertifikate im europäischen Emissionshandel verringert. Bis Ende des Jahres würden insgesamt 400.000 Zertifikate aus dem Markt genommen, teilte das Bundesumweltministerium in Berlin mit. Das soll die Preise steigen lassen und den Emissionshandel wieder in Schwung bringen.

Preise stark gesunken

Beim Emissionshandel muss die Wirtschaft Zertifikate vorweisen, um die von ihr in die Luft geblasenen klimaschädlichen Abgase abzudecken. Die Zertifikate über jeweils eine Tonne Kohlendioxid werden gehandelt, sodass das Marktprinzip greifen soll: Jede Firma fragt sich, ob zum Beispiel ein Filter und damit die Vermeidung von Abgasen günstiger ist, als Zertifikate zu kaufen. Unter anderem wegen der Wirtschaftskrise war die Nachfrage nach den Zertifikaten in den vergangenen Jahren jedoch viel geringer als ursprünglich erwartet. Dadurch sank der Preis stark.

Gestaffelte Rücknahme

Kurz vor der Klimakonferenz in Polen hatten sich die Mitgliedstaaten der Europäischen Union Anfang November daher darauf geeinigt, bis 2020 insgesamt 900 Millionen Zertifikate aus dem Handel zu nehmen. In diesem Jahr sollen es 400 Millionen sein, 2015 dann 300 Millionen und 2016 noch 200 Millionen.

Nachhaltige Reform notwendig

Für deutsche Unternehmen stehen in diesem Jahr nun statt 205 Millionen Zertifikate nur 127,5 Millionen zur Versteigerung. Die Verknappung sei "ein wichtiges Signal an den Markt", dass die Reparatur des Emissionshandels nun beginne, erklärte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Gleichzeitig müsse aber rasch eine nachhaltige Reform angegangen werden.

Quelle: AFP