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Ukraine-Krise

Deutsche Gasspeicher sind gut gefüllt

Da ein Großteil der russischen Gaslieferungen nach Europa über die Ukraine läuft, wäre ein Stopp des Transits ein schwerer Schlag. Deutschland immerhin wäre in solch einem Fall ganz gut gerüstet: 84 Prozent der Gasspeicher sind aktuell gefüllt, was für mehrere Monate reichen sollte.

Gasversorgung© mikari / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Die Ukraine droht Moskau, russisches Exportgas nicht mehr nach Europa weiterzuleiten. Das hat Gewicht: Die Hälfte der russischen Gaslieferungen in den Westen wird über ukrainische Pipelines abgewickelt. Für einen Transitstopp wäre Deutschland, das 2013 über 38 Prozent seiner Gasimporte aus Russland bezog, mit seinen Gasreserven zunächst aber gut gerüstet.

Gasspeicher zu 84 Prozent gefüllt

Die 51 deutschen Gasspeicher sind aktuell zu 84 Prozent gefüllt, wie aus einer Übersicht europäischer Behörden hervorgeht. Das dürfte für mehrere Monate reichen. Deutschland verfügt mit einer Kapazität von etwa 23 Milliarden Kubikmetern über die weltweit viertgrößten Speichermöglichkeiten. Dies entspricht rechnerisch mehr als einem Viertel des Gas-Jahresbedarfs. Bei einem schweren Gasstreit zwischen Moskau und Kiew war es 2009 zu erheblichen Engpässen in der EU gekommen.

Deutschland hat die Ukraine aufgefordert, auf die angedrohte Blockade zu verzichten. "Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Ukraine die am Freitag von Ministerpräsident (Arseni) Jazenjuk angekündigte Maßnahme in der Form nicht umsetzen wird", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Am Dienstag wird im Parlament in Kiew eine Abstimmung über eine Sanktionsliste gegen Russland erwartet.

Quelle: DPA