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Klimaschutz

E-Auto voranbringen: Tesla-Chef empfiehlt CO2-Strafen

Kaufanreize für Elektroautos und CO2-Strafen – darüber diskutierten Vizekanzler Sigmar Gabriel und Tesla-Chef Elon Musk. Natürlich war auch der VW-Skandal ein Gesprächsthema. Hat Musk einen Rat für die deutschen Autohersteller?

Elektroauto© Andrea Lehmkuhl / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Der US-Milliardär und Chef des kalifornischen Elektroauto-Herstellers Tesla, Elon Musk, rät der vom VW-Abgasskandal geschockten deutschen Autobranche, sich auf umweltfreundliche Antriebe zu konzentrieren. Deutschland habe "wunderbare Hersteller und hervorragende Ingenieure", die nun bei Elektro-Autos den Sprung wagen müssten. "Da müssen die allerbesten Leute drangesetzt werden", sagte Musk am Donnerstag in Berlin. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte ihn zu einer Talkrunde in sein Haus eingeladen.

Kaufanreize vs. CO2-Bepreisung

Gabriel machte sich für staatliche Kaufanreize bei Elektroautos stark. «Was jetzt kommen muss, sind Incentives", sagte er. Der 44-jährige Musk meinte, eigentlich wäre es besser, wenn sich der Staat aus dem Automarkt heraushalte. Strafzahlungen für einen hohen Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) wären sinnvoller als Subventionen, damit saubere Antriebe sich durchsetzen: "Mein Wunsch ist eine korrekte Bepreisung von CO2."

Gabriel schlug auch vor, dass in den öffentlichen Fahrzeugflotten von Bund, Ländern und Kommunen künftig zu einem bestimmten Prozentsatz E-Autos sein müssen. Dann würden die Preise sinken und die Verkaufszahlen von Elektro-Autos zulegen.

Zum VW-Skandal um gefälschte Abgas-Werte bei Dieselfahrzeugen, der in den USA aufgedeckt wurde, sagte Musk: "In den Nachrichten hören wir von Stickoxiden. Natürlich ist das schlecht." Größere Sorgen mache ihm die Erderwärmung und der Zustand der Weltmeere.

Merkel will noch 2015 über staatliche Anreize entscheiden

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte der Industrie zuletzt auf der Automesse IAA zugesagt, dass eine Entscheidung zu staatlichen E-Auto-Anreizen noch in diesem Jahr fallen wird. Einige Länder wie Norwegen fördern den Absatz von Elektro-Fahrzeugen bereits mit deutlichen Vorteilen.

Die Bundesregierung ist von dem Ziel, dass bis 2020 eine Million E-Fahrzeuge auf deutschen Straßen rollen, weit entfernt. In den ersten acht Monaten 2015 wurden nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes 6.456 Elektro-Autos neu zugelassen. Das war zwar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 61,4 Prozent - der Anteil der E-Autos an den Neuzulassungen lag aber nur bei 0,4 Prozent.

Quelle: DPA