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Brasilien

E.on prüft Einstieg in Gasförderung

E.on könnte schon bald zum Gasanbieter in Brasilien werden. Der Milliardär Batista bietet Deutschlands größtem Energieversorger an, die Kooperation beim Kraftwerksbau auch auf die Gasförderung im Norden des Landes auszuweiten. E.on will das Angebot nun genau unter die Lupe nehmen.

Gas-Preisvergleich© by-studio / Fotolia.com

Hamburg (dapd/red) - Deutschlands größter Energieversorger E.on wird möglicherweise schon bald zum Gasanbieter in Brasilien. Der Energiekonzern E.on prüft ein Angebot des brasilianischen Milliardärs Eike Batista, die vereinbarte Zusammenarbeit beim Kraftwerksbau in dem boomenden südamerikanischen Schwellenland auch auf die Gasförderung im Norden des Landes auszuweiten.

"Wir werden uns die Einladung von Eike Batista anschauen, ob wir auch auf diesem Feld als ergänzende Aktivität zusammenkommen können", sagte Konzernchef Johannes Teyssen der "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe) in einem Gemeinschaftsinterview mit Batista.

Batista ist laut "Forbes"-Magazin der siebt reichste Mann der Welt. Sein Vermögen wird auf 30 Milliarden Dollar (23 Milliarden Euro) geschätzt. Zum Imperium des Unternehmers gehören Gold- und Kohleminen, Kraftwerke und Logistik. Außerdem ist er in der Öl- und Gassuche tätig.

E.on könnte Gasanbieter in Brasilien werden

Erst kürzlich hatten E.on und Batista die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens vereinbart, das zum größten privaten brasilianischen Stromproduzenten ausgebaut werden soll. Bis 2020 soll die Kapazität der gemeinsamen Kraftwerke 20.000 Megawatt erreichen.

Wichtige erste Projekte stünden "unmittelbar vor dem Baubeginn", sagte Teyssen in dem Gemeinschaftsinterview. E.on werde voraussichtlich jährlich bis auf weiteres einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in Brasilien investieren.

Diese Zusammenarbeit könnte durch die Entdeckung bedeutender Gasvorkommen in Nordbrasilien durch andere Firmen Batistas zusätzlichen Schwung bekommen. Der deutsche Energieversorger prüfe nun, ob er als Gasanbieter tätig werde und in die gemeinsame Gasförderung einsteige, hieß es. Das Gas werde voraussichtlich unmittelbar vor Ort von der gemeinsamen Kraftwerkstochter verstromt werden, zitierte die Zeitung Teyssen.

Einwände von Kritikern, die vor Risiken großer Engagements in Schwellenländern warnen, wischte Teyssen vom Tisch. "Wir bleiben bei beherrschbaren Projekten in kontrollierbaren Größenordnungen". Im Moment gehe es in erster Linie um organisches Wachstum in einem sehr dynamischen Markt. Doch seien auch Übernahmen denkbar. "Wir haben die Augen in alle Richtungen offen."