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LNG-Markt

E.ON Ruhrgas verhandelt mit Katar über Gasimporte

Die E.ON-Gastochter verhandelt mit dem Emirat Katar über den Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) nach Europa. Der LNG-Markt sei sehr wichtig, und E.ON Ruhrgas müsse sich nach neuen Ressourcen umsehen, sagte Bernhard Reutersberg, Vorstandsvorsitzender von E.ON Ruhrgas, am Mittwoch.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Doha/Essen (ddp/red) - Ruhrgas benötige Zugang zu Gas aus Katar. Die Gespräche seien vor sechs Monaten begonnen worden.

Sobald sich die Parteien auf einen Preis geeinigt haben, sei Ruhrgas bereit, LNG von dem Emirat zu kaufen. Dabei spreche das Essener Unternehmen mit der Qatargas Operating und der Ras Laffan Liquefied Natural Gas, auch bekannt als RasGas. Katar verfügt über die weltweit drittgrößten Erdgasreserven.

Reutersberg sagte weiter, E.ON Ruhrgas wolle seine Bezugsquellen breiter aufstellen. Dazu schaue sich das Unternehmen die Region um den Persischen Golf und Afrika an. Die bestehenden Gaslieferanten Norwegen und Russland könnten zwar ihre Produktionsraten erhöhen. Am Ende werde man dadurch aber immer abhängiger von nur zwei Ländern, und das könne nicht die Strategie von E.ON Ruhrgas sein, sagte der Manager weiter.

Befürchtungen über eine zu große Abhängigkeit von Russland dämpfte Reutersberg. Die Russen seien ebenso abhängig von den Europäern. Sie könnten es sich nicht leisten, auf die Gasnachfrage aus Europa zu verzichten.

Der Gasanbieter will sich im LNG-Markt in Ländern wie Katar und Algerien, wo E.ON Ruhrgas vergangenes Jahr mit Bohrarbeiten begonnen hat, bis zu zehn Milliarden Kubikmeter Erdgas aus eigenen Quellen erschließen. Es gebe auch ein mögliches Projekt in Äquatorial-Guinea. Bis zu einer Investmententscheidung sei es aber noch ein langer Weg.

2009 habe das Unternehmen auch mit Iran über Gaslieferungen gesprochen. Das Land bleibe ein attraktiver Markt, aber die politische Instabilität dort verhindere weitere Verhandlungen. In Iran befinden sich die weltweit zweitgrößten Gasreserven.