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E.ON Ruhrgas will offenbar Gazprom-Anteil verkaufen

E.ON Ruhrgas will einem Zeitungsbericht zufolge seine Beteiligung am russischen Energieriesen Gazprom verkaufen. Der größte ausländische Aktionär des russischen Konzerns wolle seinen 3,5-Prozent-Anteil an die staatliche russische Vnesheconombank veräußern.

Gasflamme© ArtmannWitte / Fotolia.com

Moskau (afp/red) - Das berichtete die russische Wirtschaftszeitung "Kommersant" unter Berufung auf mehrere mit den Plänen vertraute Quellen. Der Anteil ist demnach derzeit umgerechnet rund 3,4 Milliarden Euro wert. Über den Verkauf wollten Ministerpräsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) persönlich verhandeln. Putin kommt ab Freitag zu einem zweitägigen Besuch nach Deutschland.

Der Gasanbieter E.ON Ruhrgas ist seit dem Kauf der Ruhrgas AG im Jahr 2003 die Erdgas-Tochter von E.ON. Ruhrgas hatte bereits seit den 70er Jahren enge Verbindungen zu Gazprom und sich um die Jahrtausendwende bei dem russischen Energieriesen eingekauft. Zuletzt hatte E.ON Ruhrgas seinen Anteil allerdings bereits von 6,5 Prozent auf 3,5 Prozent reduziert.

E.ON Ruhrgas ist heute direkt an mehreren Großprojekten von Gazprom beteiligt, so an der Ausbeutung eines riesigen Erdgasfelds in Westsibirien oder am Bau der Gas-Pipeline am Grund der Ostsee. Zuletzt hatte E.ON einen Strategieschwenk angekündigt. So will der Strom- und Gasanbieter sich künftig stark auf aufstrebende Märkte wie Asien oder Südamerika konzentrieren. Laut "Kommersant" gehört auch der Verkauf der Gazprom-Beteiligung zur Neuausrichtung des deutschen Energiekonzerns.