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Reaktionen

E.on sorgt mit Staudinger-Drohung für Empörung

Empört haben Politiker und Bürgerinitiativen auf Medienberichte über eine mögliche Schließung von Block 4 des Gaskraftwerks Staudinger im südosthessischen Großkrotzenburg reagiert. Hintergrund könnte eine Strategie E.ons sein, eine Prämie für Reservekraftwerke zu erzwingen.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Wiesbaden (dapd/red) - Die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) sagte, es dränge sich der Eindruck auf, dass mit der Ankündigung einer Schließung von Gaskraftwerken der Forderung der Energieversorger nach einer Kapazitätsprämie Nachdruck verliehen werden sollte. Allerdings könne sich die Politik nicht durch die wirtschaftlichen Interessen einzelner Versorger unter Druck setzen lassen.

Ministerin fordert Bewertung der Netzagentur

Puttrich forderte eine zügige Auswertung der Berichte des Bundes zur Netzentwicklung sowie eine Bewertung der Bundesnetzagentur zur Schließung von einzelnen Kraftwerken. "Eine Entscheidung, ob Kapazitätsmärkte oder -prämien für die Brückentechnologie der Gaskraftwerke sinnvoll sind und wie sie sich auf die Strompreisentwicklung auswirken, muss schnell getroffen werden", fügte die Ministerin hinzu. Sie könne und solle aber nur auf Basis dieser Erkenntnisse fallen, hob Puttrich hervor.

Gaskraftwerke seien wichtig für die Energiewende

Die Grünen-Umweltpolitikerin Ursula Hammann sagte, Gaskraftwerke seien effizienter und weniger umweltbelastend als Kohlekraftwerke. Am Ausbau des Kohlekraftwerks Staudinger aber halte der Versorger E.on fest. Die Landtagsabgeordnete nannte den Vorgang ein "Stück aus dem Tollhaus". Auch die hessische SPD-Fraktion warb dafür, die Gaskraftwerke zu erhalten. "Die Energiewende wird vollzogen und E.on täte gut daran, auch mit seinen Gaskraftwerken dabei zu sein", sagte der umweltpolitische Sprecher Timon Gremmels. Das Gaskraftwerk Staudinger dürfe nicht geschlossen werden.

Die Bürgerinitiative "Stopp Staudinger" warnte erneut vor dem Bau eines neuen Kohlemeilers in Großkrotzenburg. Wegen unsicherer Ressourcenpreise und teurer CO2-Emissionsrechte sei "keine Kohle mehr mit der Kohle zu machen", sagte der Initiativensprecher Winfried Schwab-Posselt.