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CO2-Reduktion

E10: Hätte Biogas-Förderung das Debakel verhindert?

Der Biogasrat e.V. und erdgas mobil sind der Ansicht, dass mit einer konsequenten Förderung von Biogas in den letzten Jahren die vorschnelle Einführung von E10 hätte vermieden werden können. Die beiden Interessenvertretungen fordern deshalb von der Regierung mehr Unterstützung.

Gaskosten© Jaap2 / iStockphoto.com

Berlin (red) - Die Beimischung von Biokraftstoffen zu Einsparung von CO2 ist nicht einfach: Die laufenden Einführungsschwierigkeiten zeigen, dass die technischen Herausforderungen durch Automobilhersteller und Mineralölwirtschaft sorgfältig bewältigt und vor allem die Autofahrer auf die Veränderungen des Angebots vorbereitet werden müssen.

Höhere Quote für Biogas gefordert

Der Biogasrat und erdgas mobil sind der Ansicht, dass mit Bio-Erdgas eine unproblematischere Alternative vorläge. Ein Bio-Erdgasfahrzeug spart nach Berechnungen von erdgas mobil so viel CO2 ein wie etwa 40 Fahrzeuge, die mit E10 unterwegs sind. Die Biokraftstoff-Quote sei eine gute Maßnahme und sollte beibehalten werden, dennoch fordert man eine Anpassung der Quote, die auch das eingesparte CO2 berücksichtigt.

Auch auf die erforderlichen Agrarflächen würde sich nach Meinung der Interessenvertretungen der stärkere Einsatz von Bio-Erdgas positiv auswirken: Die Produktion von Bio-Erdgas erfordere nur knapp die Hälfte der Ackerfläche wie sie für andere Bio-Kraftstoffe erforderlich sei. Wenn zudem Abfallstoffe verwendet würden, verringere sich die Wechselwirkung mit der übrigen landwirtschaftlichen Produktion noch weiter. Die Bundesregierung geht davon aus, dass in Deutschland bis zum Jahr 2020 pro Jahr 6 Milliarden Kubikmeter nachhaltig produziertes Biogas in das Erdgasnetz eingespeist werden können. Dies könnte ausreichen, um bis zu 6,5 Millionen Erdgasautos zu versorgen.

Einführung von E10 wäre noch nicht nötig gewesen

Die Regierung hat 2004 in ihrer Kraftstoffstrategie das Ziel formuliert, bis 2010 rund ein Prozent des Kraftstoffverbrauchs durch Erdgas zu ersetzen und den Anteil bis 2020 auf vier Prozent, also ca. 1,4 Mio. Fahrzeuge zu erhöhen. Würden diese Fahrzeuge konsequent mit Bio-Erdgas versorgt, so wäre nach Einschätzungen von erdgas mobil und dem Biogasrat die Einführung von E10 zum jetzigen Zeitpunkt nicht erforderlich gewesen.

"Die derzeit einzig existierende Alternative zu den klassischen erdölbasierten Kraftstoffen wird von der Bundesregierung stiefmütterlich behandelt und zu wenig in die laufenden Strategien einbezogen. Erdgas und Bio-Erdgas als Kraftstoff sind mittlerweile flächendeckend in Deutschland verfügbar, die Autohersteller bieten exzellente Modelle an - nun ist es an der Politik, den Ball aufzunehmen und durch klare, langfristige Rahmenbedingungen und den Abbau von Wettbewerbsnachteilen die Zahl von sauberen und bezahlbaren Fahrzeugen in Deutschland zu steigern", so Timm Kehler von erdgas mobil.