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Ökologisch handeln

Ein LKW voll Biomüll versorgt Familie ein Jahr mit Gas

Allein in Deutschland werden pro Jahr ungefähr elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Die Klimakönner GmbH errechnete nun, dass diese Verschwendung sehr teuer sei und unnötig Ressourcen verbrauche - von den Millionen Hungernden auf der Welt einmal ganz abgesehen.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Greven (red) - Knapp 550.000 Haushalte könnten durch die weggeworfenen Lebensmittel der Deutschen mit Energie versorgt werden. Zu diesem Ergebnis kam die Berechnung der "Klimakönner", die Biogas aus organischen Reststoffen vertreiben. "Die Verschwendung von Lebensmitteln kostet Hersteller und Konsumenten nicht nur bares Geld, sondern verbraucht auch wertvolle Energie-Ressourcen", erläutert Bernd Hugenroth, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz in Greven bei Münster.

Abfälle als Energielieferant

Grundlage der Klimakönner-Rechnung ist, dass sich aus einer Tonne Lebensmittelabfälle 700 Kilowattstunden Energie erzeugen lassen. Entsprechend würden 20 Tonnen (eine Lkw-Ladung) benötigt, um einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 14.000 Kilowattstunden komplett mit Biogas zu versorgen. Auch in den Lebensmitteln steckt eine Menge Energie, die für die Herstellung, den Transport, die Lagerung und den Verkauf benötigt wird. "Mit der Nutzung von Biogasmischprodukten können auch private Haushalte einen Beitrag leisten, den Energiegehalt wertvoller Ressourcen optimal zu nutzen und die Verschwendung von Lebensmitteln einzudämmen", erläutert Hugenroth. Lebensmittelabfälle zur Erzeugung von Biogas einzusetzen, empfehlen auch die Wissenschaftler der Universität Stuttgart, die im Auftrag von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner die aktuelle Studie zu Lebensmittelabfällen in Deutschland erstellt haben.

Abfall ist nicht vermeidbar, aber kann vermindert werden

"Grundsätzlich muss es das oberste Ziel sein, Nahrungsmittel nicht wegzuwerfen", betont Bernd Hugenroth. Als gelernter Landwirt kennt er die Herstellerseite genau und weiß, wie viel Arbeit und Energie in der Lebensmittelproduktion stecken. Verschwendung vollständig zu vermeiden sei jedoch nicht möglich, so Hugenroth, denn in der Lebensmittelherstellung, der Gastronomie, im Handel und in den Privathaushalten entstehen zwangsläufig Abfälle. Neben Nicht-Verwertbarem wie Kartoffelschalen entstehen durch Überproduktion, Fehlchargen, Überlagerungen oder durch Verhaltensweisen der Konsumenten Bio-Abfälle.