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Gasgeschäft

EnbW übernimmt VNG-Anteile von EWE

EnBW will nach dem Tausch von Unternehmensanteilen zum drittgrößten Gasversorger in Deutschland aufsteigen. Dafür übernimmt der Konzern die VNG-Anteile des Oldenburger Energieversorgers EWE und gibt dafür seine EWE-Unternehmensanteile ab. Beide Konzerne treiben damit ihren Umbau voran.

EnBW© EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Leipzig/Karlsruhe (dpa/red) - Deutschlands drittgrößter Energiekonzern EnBW treibt seinen Konzernumbau voran und übernimmt die Leipziger Verbundnetz Gas AG. Der Oldenburger Versorger EWE verkauft seinen VNG-Anteil von 74,2 Prozent an EnBW. Im Gegenzug trennt sich die EnBW von ihrer 26-prozentigen Beteiligung an EWE. "Mit dieser Vereinbarung schaffen sich alle Beteiligten nicht nur strukturelle Klarheit, sondern erschließen sich vor allem neue Perspektiven", sagte EnBW-Vorstandschef Frank Mastiaux am Freitag in einer Telefonkonferenz.

Trennung von klassischen Kraftwerken

EWE und EnBW treiben damit auch ihren begonnenen Konzernumbau voran. Das Oldenburger Unternehmen, das stark im Gasmarkt vertreten ist, will sich aus dem Bereich Exploration und Förderung zurückziehen, EnBW versucht, seine Abhängigkeit vom klassischen Kraftwerksgeschäft zu verringern.

EWE verkauft Anteile weiter

EnBW zahlt im Zuge des Beteiligungstauschs einen Barausgleich von 125 Millionen Euro an EWE. Der EWE-Verband, die kommunalen Eigentümer, kaufen zunächst zehn Prozent der EWE-Anteile und bis spätestens 2019 weitere sechs Prozent von EnBW. Zehn Prozent erhält EWE selbst. Den insgesamt 26 Prozent großen Anteil wolle EWE an einen neuen strategischen Partner verkaufen, sagte der Vorstandschef des Oldenburger Versorgers, Matthias Brückmann.

EnBW-Chef: Wir werden drittgrößter Gasanbieter

Mastiaux betonte, sein Unternehmen sehe sich als verlässlicher Partner für VNG in Leipzig mit 1.400 Mitarbeitern. EnBW wolle sein Gasgeschäft langfristig stärken. Der um die VNG vergrößerte Bereich werde künftig ein operatives Ergebnis von 350 bis 400 Millionen Euro im Jahr erzielen und damit 15 bis 20 Prozent zum EnBW-Ergebnis beitragen. Man werde zum drittgrößten Gasanbieter in Deutschland. Die Aktivitäten beider Unternehmen ergänzten sich ideal.

Die Transaktion steht unter anderem noch unter dem Genehmigungsvorbehalt durch die zuständigen Kartellbehörden. EWE hatte zuletzt im Sommer seine VNG-Beteiligung aufgestockt, indem ein 10,5-Prozent-Anteil des russischen Energieriesen Gazprom an den Leipzigern übernommen wurde. Damals hatte EWE offen gelassen, ob VNG gehalten oder weiterverkauft werden soll.

Quelle: DPA