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Lieferverträge

Eon-Tochter Uniper erhält Preisnachlässe bei Gazprom

Gazprom liefert schon seit langem Gas an den deutschen Energiekonzern Eon. Die langfristigen Lieferverträge orientierten sich dementsprechend an den noch sehr viel höheren Ölpreisen. Nach einem Schiedsverfahren wurden die Verträge angepasst.

Erdgasanlage© Glaser / Fotolia.com

Essen - Die Eon-Tochter Uniper hat sich mit dem russischen Staatskonzern Gazprom erneut auf Preisnachlässe für langfristig vereinbarte Gaslieferungen geeinigt. Ein Schiedsverfahren zwischen den Unternehmen sei damit beigelegt worden, teilte Eon am Dienstag in Essen mit. Das Unternehmen profitiere einmalig mit rund 380 Millionen Euro beim Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) im ersten Quartal 2016. Auf die Gaspreise für Endverbraucher habe dieser Einmaleffekt keine Auswirkungen, es sei keine Preissenkung geplant, sagte ein Eon-Sprecher.

Lieferverträge wurden vor dem Ölpreisverfall geschlossen

Eon und Gazprom hatten schon einmal 2012 eine ähnliche Vereinbarung geschlossen. Hintergrund sind langfristige Lieferverträge von Eon mit Gazprom, die sich zum Zeitpunkt des Abschlusses noch stark am Ölpreis orientiert hatten. Da der Öl- und Gaspreis am Markt seitdem stark gesunken ist, Eon aber weiter auf der Grundlage der vereinbarten Preise bei Gazprom einkaufen musste, hatte das Unternehmen teils draufgezahlt. Uniper-Chef Klaus Schäfer zeigt sich zufrieden mit dem Gazprom-Abschluss: "Unsere Partnerschaft hat sich damit auch in einem schwierigen, durch stark gefallene Energiepreise gekennzeichneten Marktumfeld bewährt."

Eon schraubt Gewinnprognose nach oben

Die Eon-Gewinnprognose für das Gesamtjahr wurde entsprechend nach oben angepasst. Der um Sondereffekte bereinigte nachhaltige Konzernüberschuss, auf dessen Grundlage die Dividende festgelegt wird, soll jetzt bei 1,5 bis 1,9 (vorher 1,2 bis 1,6) Milliarden Euro liegen. Die Zahl stellt aber nur eine Momentaufnahme dar, da noch in diesem Jahr die Abspaltung des Mehrheitsanteil an Uniper geplant ist und sich damit die Konzern-Prognose stark verändert.

Quelle: DPA