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Anordnung

Erdbeben: Niederlande müssen Gasförderung drosseln

Die Niederlande müssen ihre Gasproduktion bei Groningen weiter drosseln als bisher vorgesehen. Das oberste Verwaltungsgericht ordnete an, dass in den kommenden zwölf Monaten maximal 27 Milliarden Kubikmeter gefördert werden dürfen. Zuvor hatte es zahlreiche kleinere Erdbeben gegeben.

Erdgasindustrie© wildman / Fotolia.com

Den Haag (dpa/red) - Die Niederlande müssen nach einem höchstrichterlichen Urteil ihre Gasproduktion noch viel stärker drosseln als bisher geplant. Wegen der hohen Erdbebengefahr dürften in der nördlichen Provinz Groningen in den kommenden zwölf Monaten maximal 27 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert werden, urteilte der Hohe Rat am Mittwoch in Den Haag. Damit gab das Gericht Dutzenden von Klagen von Bürgern, Kommunen und Interessensverbänden statt.

Fördermenge wird weiter zurückgefahren

Nach zahlreichen kleineren Erdbeben hatte die Regierung zuvor die Fördermenge auf 33 Milliarden Kubikmeter festgesetzt. Doch das sei nur bei einem außerordentlich strengen Winter zulässig, urteilte das höchste Verwaltungsgericht. Nach Auffassung der Richter ist das Erdbebenrisiko in der Provinz nahe der deutschen Grenze größer, als das Wirtschaftsministerium dargelegt hatte.

Erdbeben bis zu Stärke 3,6

Die Gasvorkommen in Groningen gehören zu den größten Europas. Die Region war jedoch von zahlreichen Beben mit Stärken von bis zu 3,6 erschüttert worden. Zehntausende Bürger hatten Schäden gemeldet. Die Niederlande sind nach Norwegen der größte Gasproduzent Europas.

Quelle: DPA