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Niederlande

Erdbebengefahr: Gericht schränkt Gasförderung ein

Mehrere Erdbeben gab es bereits in der Provinz Groningen in den Niederlanden. Die Bürger verlangen bereits seit längerem ein Komplettverbot für die Erdgasförderung. Das höchste Gericht der Niederlande verhängte nun ein Teilverbot, das den Ort Loppersum betrifft.

Heizöl© Jim Parkin / Fotolia.com

Den Haag (dpa/red) - In einem stark von Erdbeben betroffenen Gebiet in der niederländischen Provinz Groningen darf vorläufig kein Gas mehr gefördert werden. Das höchste Gericht der Niederlande untersagte am Dienstag die Produktion an insgesamt fünf Stellen um den Ort Loppersum nahe der deutschen Grenze. Nur wenn die Gasversorgung aus anderen Bohrgebieten nicht gedeckt werden könne, dürfe das Verbot aufgehoben werden, heißt es in der einstweiligen Verfügung. Von dem Beschluss ist nicht die gesamte Gasförderung von Groningen betroffen.

Zahlreiche Erdbeben in Groningen

Die Region im Nordosten des Landes war von zahlreichen Erdbeben getroffen worden, die Erschütterungen reichten bis zu einer Stärke von 3,6. Zehntausende Bürger hatten Schäden gemeldet. Eine Bürgerinitiative und Politiker verlangten ein totales Förderverbot. Das aber lehnte das höchste Verwaltungsgericht ab, da sonst die Versorgung des Landes und auch Exportverpflichtungen in Gefahr kämen. Eine endgültige Entscheidung will das Gericht später fällen.

Niederlande verfügt über zweitgrößtes Vorkommen in Europa

Die Erdgasvorkommen in Groningen gehören zu den größten Europas. Der rechtsliberale Wirtschaftsminister Henk Kamp hatte bisher eine drastische Reduzierung der Gesamtfördermenge abgelehnt. Im ersten Halbjahr 2015 sollen 16,5 Milliarden Kubikmeter Gas gewonnen werden. Die Niederlande sind nach Norwegen der größte Gasproduzent Europas.

Quelle: DPA