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Biosprit

Erdgas-Autos gegenüber Super E10 weiter im Vorteil

In diesem Jahr wird der neue Superkraftstoff Super E10 eingeführt, der bis zu zehn Prozent Ethanol enthält und das alte Normal-Benzin ersetzen soll. Verbraucherzentralen zeigen sich dem gegenüber skeptisch. Auch bei Erdgas-Fahrzeugen geht der Trend zu höheren Anteilen an Biosprit.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Berlin (red) - Umweltfreundliches Fahren ist ein zunehmend wichtiges Thema. Wer aufs Auto nicht verzichten kann, aber auf Klimaschutz setzt, für den ist ein Erdgas-Fahrzeug eine Alternative. Aktuell wird an 15 Prozent der rund 900 Erdgastankstellen regenerativ erzeugtes Bio-Erdgas beigemischt - Tendenz steigend. Aber auch beim Benzin soll der neue Kraftstoff Super E10 für mehr Umweltnutzen sorgen.

Wie viel Umweltnutzen bringt Biosprit?

Durch den Umstieg auf ein Erdgas-Auto kann laut der Initiative Erdgas mobil der Kohlendioxid-Ausstoß im Vergleich zu einem Benziner um rund 25 Prozent reduziert werden. Durch die Beimischung von Bio-Erdgas wird der Schadstoffausstoß noch weiter reduziert. Liegt der Anteil bei 20 Prozent, wird der CO2-Ausstoß laut einer aktuellen dena-Studie um rund 39 Prozent reduziert. Kommt reines Bio-Erdgas zum Einsatz, würden die Emissionen sogar um bis zu 97 Prozent in der Gesamtbilanz sinken. Bio-Erdgas wird aus Abfällen und nachwachsenden Rohstoffen gewonnen, auf Erdgas-Qualität aufbereitet und ins Erdgasnetz eingespeist.

Im Vergleich: Reines Ethanol erreicht nach dieser Studie eine CO2-Einsparung von etwa 32 Prozent. Laut Vorgaben der Bundesregierung sollen außerdem die Pflanzen, die für den Sprit benötigt werden, nicht in Regenwäldern oder Feuchtgebieten angebaut werden. Dennoch weist die Verbraucherzentrale NRW darauf hin, dass der zunehmende Anbau von industriellen Nutzpflanzen den Anbau von Nahrungspflanzen verdrängt, was indirekt zu mehr Rodungen führt. Die Klimabilanz des neuen Biosprits ist demnach nicht so gut, wie auf den ersten Blick angenommen.

Lassen sich Tankkosten sparen?

Weil Ethanol pro Liter weniger Energie enthält als Super, wird der Verbrauch eines mit Super E10 betankten Autos steigen. Die höhere Beimischung von zehn statt fünf Prozent Ethanol führt zu einem Mehrverbrauch von zwei Prozent. Der neue Sprit müsste deutlich günstiger sein als herkömmliches Super, um den höheren Verbrauch auszugleichen. Die Produktionskosten sind aber höher als bei herkömmlichem Kraftstoff. Wie sich dies an der Zapfsäule auswirken wird, ist noch unklar.

Laut der Initiative Erdgas mobil sparen Autofahrer mit Erdgas als Kraftstoff gegenüber Benzin rund 50 Prozent der Tankkosten.

Wie hoch ist die Verträglichkeit von Biosprit?

Da der höhere Alkoholanteil einige Motorenteile stärker angreift, vertragen etwa zehn Prozent der Benziner den neuen Kraftstoff Super E10 nicht. Autofahrer sollten sich also vor dem ersten Tanken beim Händler oder in der Werkstatt informieren. Wird Super E10 nicht vertragen, kann schon einmaliges Tanken den Motor beschädigen.

Die Bioquote an Erdgas-Tankstellen reicht von 10 bis 100 Prozent, Bio-Erdgas kann von allen Erdgasfahrzeugen jeden Baujahrs problemlos verarbeitet werden, da der erneuerbare Kraftstoff chemisch mit Erdgas identisch ist. Bei Erdgas-Fahrzeugen kann Bio-Erdgas ohne Probleme in beliebigen Mengen beigemischt werden.