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Erdgasbedarf zu 14 Prozent aus heimischen Quellen

Die Investitionen in die Erdöl- und Erdgasförderung in Deutschland sollen erhöht werden. Sie seien 2012 "tendenziell steigend", sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsverbands Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG), Gernot Kalkoffen, am Donnerstag in Hannover. Problematisch seien derzeit Genehmigungsverfahren für Fracking.

Gasrechnung© photoGrapHie / Fotolia.com

Hannover (dapd/red) - 2011 hätten die Unternehmen der Branche bundesweit 330 Millionen Euro investiert. Weltweit betrug die Investitionssumme deutscher Förderunternehmen eine Milliarde Euro. Der gesamte Umsatz belief sich auf 4,4 Milliarden Euro.

Die inländische Erdölproduktion sei 2011 um sieben Prozent auf 2,7 Millionen Tonnen gestiegen. Nach einem Jahrzehnt sinkender Erdgasproduktion in Deutschland hätten sich die Fördermengen 2011 wieder erhöht und zwar auf zwölf Milliarden Kubikmeter. Davon seien 95 Prozent in Niedersachsen gefördert worden.

Erdgas zu 14 Prozent aus heimischer Produktion

14 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs können den Angaben zufolge aus inländischer Produktion gedeckt werden. Um den Anteil der Selbstversorgung auszubauen, solle auch in Nordrhein-Westfalen Erdgas gefördert werden, sagte Kalkoffen. Das sei aber in diesem Jahr noch nicht realistisch, zunächst seien vorbereitende Explorationsbohrungen nötig.

Fracking: Verfahren ist hochumstritten

Wegen öffentlicher Kritik an der Erdgasförderung und insbesondere an dem dabei auch eingesetzten Frackingverfahren könne es 2012 zu einem Investitionsstau kommen, weil sich Genehmigungsverfahren verzögerten, sagte Kalkoffen. Bei dem umstrittenen Verfahren wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst, um dort in undurchlässigen Gesteinsschichten lagerndes Erdgas freizusetzen.

Kalkoffen räumte ein, dass ein leichtes Erdbeben Mitte Februar zwischen Rotenburg und Soltau mit der Erdgasförderung in der Region zusammenhängen könne. Die Untersuchungen dazu dauerten an. "Wir als Industrie sind uns unserer Verantwortung bewusst", sagte Kalkoffen. Die Energiewende setze "enorme Investitionen" voraus.