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Erdölvorkommen

Erster Arktis-Tanker auf dem Weg nach Europa

Aus der Arktis hat sich der erste russische Öl-Tanker auf den Weg nach Europa gemacht. Noch im September hatten Greenpeace-Aktivisten die Gazprom-Plattform besetzt und waren wegen Piraterie verklagt worden. Putin kündigte nun eine stärkere Militärpräsenz an, um Ansprüche am arktischen Erdöl zu bekräftigen.

kalt© Volodymyr Goinyk / Fotolia.com

Hamburg (dpa/red) - Das erste Öl aus der russischen Arktis ist unterwegs nach Europa. Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace haben nach eigenen Angaben vor der Küste Norwegens einen russischen Tanker gesichtet, der das Öl nach Rotterdam transportieren soll. Das Öl stamme von der umstrittenen Gazprom-Plattform in der arktischen Petschorasee, sagte ein Sprecher am Sonntag. Dort hatte die Produktion kürzlich begonnen.

Gazprom bestätigte, dass das Öl unterwegs sei. Den Befehl habe Russlands Präsident Wladimir Putin persönlich gegeben.

Risiko für die Umwelt

Die Greenpeace-Aktivisten machten aus einem Flugzeug Aufnahmen des Tankers "Mikhail Ulyanov", der am 30. April in Rotterdam eintreffen werde. Die Öllieferung ist laut Greenpeace bereits von dem französischen Ölkonzern Total gekauft worden. Das Fördern von Öl im arktischen Ozean schaffe ein unvertretbar hohes Risiko für die Umwelt und müsse verboten werden, erklärte Jürgen Knirsch, Sprecher von Greenpeace.

Kritik gegen Erdölmulti Total

Die Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, Bärbel Höhn (Grüne) kritisierte die Öllieferung: "Erdöl aus der Arktis hat in Deutschland und Europa nichts zu suchen. Ich kann nicht verstehen, warum der Erdölmulti Total den Türöffner für schmutziges Öl aus der Arktis hier in Europa spielt." Sie erinnerte auch an das harte Vorgehen der russischen Behörden gegen Greenpeace-Aktivisten.

Putin plant stärkere Militärpräsenz

Im vergangenen September hatten Greenpeace-Aktivisten in einer spektakulären Aktion versucht, die Ölplattform "Priraslomnaja" des Staatskonzerns Gazprom in der Petschorasee zu besetzen, um gegen die Ölbohrungen zu protestieren. Die Aktivisten wurden von der russischen Küstenwache festgesetzt und von der Justiz trotz massiver internationaler Kritik wegen Piraterie angeklagt. Erst nach 70 Tagen kamen sie wieder frei.

Erst vor wenigen Tagen hatte Kremlchef Wladimir Putin erklärt, Russland werde seine Ansprüche auf die gigantischen Öl- und Gaslagerstätten in der Arktis mit einer noch stärkeren Militärpräsenz untermauern.

Quelle: DPA