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Erdgas Lieferung

Erster Leitungsstrang der Ostseepipeline ist fertig

Halbzeit - der erste Abschnitt der Ostseepipline ist fertig. Läuft alles weiterhin nach Plan, so könnte das erste Gas bereits diesen Herbst fließen. Ende 2012 will man dank der "Riesen-Röhre" rund 26 Millionen Haushalte mit sibirischem Erdgas versorgen können. Die Arbeiten am zweiten Abschnitt haben bereits begonnen.

Gas-Preisvergleich© by-studio / Fotolia.com

Lubmin/Gotland (dapd/red) - Etwa 15 Monate nach Beginn der Verlegearbeiten ist der erste Strang der deutsch-russischen Ostsee Pipeline fertiggestellt. Die drei separat verlegten Teilabschnitte der insgesamt 1.224 Kilometer langen Trasse seien in den vergangenen Wochen im Trockenverfahren unter Wasser miteinander verbunden worden, teilte das Betreiberkonsortium Nord Stream am Dienstag mit. Im Sommer soll der Leitungsstrang an die Anlandungsbereiche in Russland und Deutschland angebunden werden. Das erste sibirische Erdgas wird voraussichtlich im Herbst nach Europa fließen.

Im Herbst soll das erste Erdgas nach Europa fließen

Zum Abschluss der mehr als einjährigen Verlegearbeiten hatten Spezialtaucher mit einer automatischen Schweißstation in 80 beziehungsweise 110 Metern Tiefe die Leitungsabschnitte im Finnischen Meerbusen sowie im Seegebiet vor der schwedischen Insel Gotland miteinander verbunden.Zuvor waren die Leitungen 24-stündigen Drucktests unterzogen und dabei gleichzeitig gereinigt worden. Die sogenannte goldene Schweißnaht wurde in einer mit Luft gefüllten Spezialkammer gezogen, die über die beiden am Meeresboden abgelegten Rohrenden aufgesetzt wurde.

2012 sollen 26 Millionen Haushalte versorgt werden können

Unterdessen haben die beiden auf der Ostsee eingesetzten Verlegeschiffe bereits 230 Kilometer des zweiten Strangs zusammengeschweißt und auf den Meeresgrund abgelegt. Wenn beide Leitungen Ende 2012 in Betrieb seien, könnten pro Jahr bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Europa geliefert werden, sagte ein Nord-Stream-Sprecher. Die Menge reiche aus, um 26 Millionen Haushalte zu versorgen. Derzeit gebe es weltweit kein anderes neues Pipelineprojekt, das vor 2015 in Betrieb gehe und dessen Jahreskapazität zehn Milliarden Kubikmeter übersteige.