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Verdacht gegen E.ON Ruhrgas

EU nimmt erneut deutschen Gasmarkt ins Visier

Die EU-Kommission geht einem Verdacht des wettbewerbswidrigen Verhaltens am Gasmarkt gegen den Energiekonzern E.ON nach. Laut Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes geht es um eine mögliche Verknappung von Transportkapazitäten im Ferngasnetz, die den europäischen Wettbewerbsregeln widerspreche.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Brüssel/Essen (afp/red) - Wettbewerbskommissarin Kroes sowie ein Sprecher der Tochter Eon-Ruhrgas in Essen bestätigte am Donnerstag, dass die EU-Kommission dem Verdacht nachgehe. Der E.ON-Sprecher wies aber den Verdacht wettbewerbswidrigen Verhaltens zurück.

Die Buchungen der Transportkapazitäten richteten sich nach "abgeschlossenen Ein- und Verkaufsverträgen. Den in diesen Verträgen vereinbarten Liefermengen stehen bestimmte gebuchte Netz-Kapazitäten gegenüber", sagte der E.ON-Sprecher. Er wies darauf hin, dass die Kommission seit 2006 "bei einer Reihe von europäischen Gasversorgungsunternehmen" das Kapazitätsmanagement prüfe. Eon besitzt in Deutschland das längste Ferngasnetz.

Die Behörde hatte im Mai 2007 bereits ein Verfahren gegen eine RWE-Gasnetz-Tochter eingeleitet, das ein Jahr später eingestellt wurde. RWE stimmte einem Verkauf der inzwischen in Thyssengas umbenannten Gesellschaft zu, um Sanktionen zu vermeiden.