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Kartellverstoß

EU verhängt 553 Millionen Euro Bußgeld gegen E.ON

Wegen Wettbewerbsverstößen im Gasmarkt hat die EU-Kommission gegen die E.ON und deren Tochter E.ON Ruhrgas sowie gegen die französische GDF Suez SA Geldbußen von jeweils 553 Millionen Euro verhängt. Die Unternehmen hätten durch die Aufteilung von Märkten gegen das Verbot von Kartellen und wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen verstoßen.

Gasflamme© ArtmannWitte / Fotolia.com

Brüssel (afp/ddp/red) - Die Kommission verhängt hiermit zum ersten Mal Geldbußen aufgrund eines Kartellrechtsverstoßes im Energiesektor. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes warf den früheren Monopolisten eine regelrechte "Ausbeutung der Verbraucher" vor. und erklärte: "Diese Entscheidung gibt den Energieversorgern ein deutliches Signal, dass die Kommission keinerlei wettbewerbswidriges Verhalten duldet. Die Aufteilung von Märkten zählt zu den schwerwiegendsten Kartellverstößen. Die Kommission hat keine andere Wahl, als hohe Geldbußen zu verhängen."

Ruhrgas AG (jetzt E.ON Ruhrgas und Teil des E.ON-Konzerns) und Gaz de France (jetzt Teil von GDF Suez) hatten sich 1975 anlässlich des gemeinsamen Baus der MEGAL-Pipeline für russisches Gas nach Deutschland und Frankreich darauf geeinigt, kein über diese Leitung transportiertes Gas im Inlandsmarkt des jeweils anderen Unternehmens zu verkaufen.

Verbraucher mussten überhöhte Gaspreise zahlen

"Durch diese Vereinbarung wurden die Verbraucher in zwei der größten Gasmärkte in der EU um einen stärkeren Preiswettbewerb und eine größere Anbieterauswahl gebracht", rügte die Wettbewerbskommissarin. Als "besonders schweren Verstoß" wertete es die Kommission, dass die Unternehmen auch nach der Öffnung der europäischen Gasmärkte im August 2000 an ihrer illegalen Absprache festhielten und so ihre Marktmacht zementierten. Erst 2005 rückten die Konzerne demnach von ihrer Marktaufteilung ab.

E.ON und EDF wollen Berufung einlegen

Die Konzerne kündigten Berufung vor dem Europäischen Gericht erster Instanz in Luxemburg an. Der Vorstandschef von E.ON Ruhrgas, Bernhard Reutersberg, nannte die Entscheidung und insbesondere das hohe Bußgeld "nicht nachvollziehbar". Der Wettbewerb auf dem europäischen Gasmarkt sei längst Realität. Auch GDF Suez widersprach dem Kommissionsentscheid in Paris "entschieden".

Quelle: AFP