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Gasversorgung

EU will Gasleitung aus Aserbaidschan weiter ausbauen

Seit dem Aus für die South Stream-Gasleitung werden die Karten neu gemischt. Auch die EU will sich nach Alternativen zum russischen Gas umsehen und sucht nach neuen Lieferanten. Geprüft werden soll eine Pipeline, die Gas aus dem Kaspischen Meer nach Mitteleuropa bringen könnte.

Pipeline© James / Fotolia.com

Brüssel (dpa/red) - Nach dem Ende der russischen Gaspipeline South Stream treibt die EU die Zusammenarbeit mit alternativen Gaslieferanten voran. So soll die Kapazität einer neuen Gasleitung aus der Ex-Sowjetrepublik Aserbaidschan im Südkaukasus verdoppelt werden, wie "Der Spiegel" berichtet. Darauf habe sich in der vergangenen Woche der neue EU-Vizepräsident für die Energieunion, Maros Sefcovic, mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev sowie dem türkischen Energieminister Taner Yildiz verständigt. Die Alternativleitung soll Gas aus dem Kaspischen Meer über die Türkei bis nach Mitteleuropa transportieren.

TAP kann 7 Millionen Haushalte versorgen

Die geplante Gasleitung TAP (Trans Adriatic Pipeline) ist für den Transport von 10 Milliarden Kubikmetern Gas ausgelegt - das entspricht nach Angaben der Firmen hinter dem Projekt ungefähr dem Energiekonsum von sieben Millionen Haushalten in Europa. Eine Erweiterung auf etwa 20 Milliarden Kubikmeter ist möglich.

"Die technischen Voraussetzungen für eine Erhöhung der Kapazität sind vorhanden", sagt Sefcovic laut "Der Spiegel". "Alle Beteiligten gehen davon aus, dass die Pipeline bis 2019 fertiggestellt sein wird." Damit würde sich die Abhängigkeit von russischem Gas in Südosteuropa, aber auch in Deutschland, verringern.

Quelle: DPA