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EU will Moldau zu Alternative zu russischem Gas verhelfen

Die Europäische Union will der Republik Moldau zu einer Alternative zu russischen Gaslieferungen verhelfen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger begrüßte am Dienstag in Moldau den Start der Arbeiten für eine Pipeline nach Rumänien, wie die Kommission in Brüssel mitteilte.

Europäische Union© mik ivan / Fotolia.com

Brüssel (AFP/red) - "Wir feiern, dass Moldau direkt mit dem Gasmarkt der EU verbunden sein wird", erklärte der deutsche Kommissar. Bislang hängt Moldau zu 100 Prozent von russischem Gas ab.

Oettinger wollte mit den Regierungschefs von Moldau und Rumänien, Iurie Leanca und Victor Ponta, den Startschuss für die Arbeiten an einem 42 Kilometer langen Verbindungsstück geben, durch das von Ende nächsten Jahres an Gas aus dem EU-Land Rumänien nach Moldau strömen soll. Die Röhre soll bis zu einer Milliarde Kubikmeter Gas jährlich liefern, rund ein Drittel des Verbrauchs in dem Land, erklärte die EU-Kommission.

Abhängigkeit würde deutlich verringert

Zur Zeit bezieht die kleine Republik laut EU-Kommission ihr gesamtes Gas direkt aus Russland. Diese Abhängigkeit würde durch die neue Röhre verringert, die zum Programm der sogenannten Europäischen Energiepartnerschaft gehört. In deren Rahmen sucht die EU Nachbarländer in ihren Energiemarkt zu integrieren - mit finanzieller Hilfe, Angleichung der gesetzlichen Regeln und handfesten Verbindungen wie der neuen Pipeline.

Die EU hängt ihrerseits noch stark von russischem Gas ab. Dies soll sich aber in der Zukunft vor allem durch Lieferungen aus Aserbaidschan durch die Türkei in die EU ändern. Für die Weiterleitung dieses Gases in der EU erhielt im Juni die sogenannte Transadriatische Pipeline (TAP) den Zuschlag.

Das aus der EU nach Moldau strömende Gas könnte theoretisch aus Quellen in der EU selbst, aus Drittländern wie Aserbaidschan oder letztlich wieder aus Russland kommen. "Wer das Gas liefern wird, ist noch offen", hieß es aus der Kommission.

Quelle: AFP