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Sprengversuche

Explosives Gasgemisch in Fahrkartenautomaten

Fälle von gesprengten Fahrkartenautomaten sorgen für Unruhe auf deutschen Bahnhöfen: Die Bahn kündigte am Donnerstag an, die Automaten stärker zu überwachen. Unbekannte hatten in Hessen, aber auch in anderen Bundesländern, mehrere Automaten mit einer explosiven Gasmischung gefüllt und verklebt.

Deutsche Bahn© Deutsche Bahn

Berlin (AFP/red) - Die Sicherheitsbehörden hatten zuvor Reisende zur Vorsicht gemahnt, weil Unbekannte die Automaten mit Gas gefüllt hatten, um sie zu sprengen und an das Geld darin zu gelangen. In den letzten Tagen gab es nach Angaben der Bundespolizei und des hessischen Landeskriminalamts (LKA) mehrere Vorfälle an hessischen Bahnhöfen, betroffen waren aber auch schon andere Bundesländer.

Fahrkarten-Automaten sind wegen des darin enthaltenen Geldes ein beliebtes Ziel für Kriminelle. Die Täter versuchen die Geräte aufzusprengen, indem sie diese zukleben, ein zündfähiges Gasgemisch einleiten und dieses dann zur Explosion bringen. Sie schlagen nachts und bevorzugt auf kleineren Bahnhöfen zu, auf denen sie ungestört sind. Die Wucht der Explosionen zerstört bisweilen die Fahrkartenautomaten komplett, die Trümmer können meterweit fliegen.

Meldungen aus vier Bundesländern

In Hessen gab es nach Angaben der Bundespolizei es in den vergangenen Wochen und Monaten mehrere solcher Vorfälle. Am Dienstag war in Friedberg ein bereits versiegelter Automat mit Gasfüllung entdeckt worden, der aus unbekannten Gründen nicht gesprengt worden war. Ein Sprengstoffspezialist der Polizei musste anrücken. Sprengungen von Fahrkartenautomaten wurden zuletzt aber auch aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern gemeldet.

Die Bahn rief Reisende am Donnerstag zu besonderer Aufmerksamkeit auf. Automaten, deren Öffnungen mit Klebestreifen abgedichtet seien, sollten "umgehend gemeldet werden". Auch Bundespolizei und LKA riefen Fahrgäste dazu auf, bei verdächtigen Beobachtungen die Polizei zu verständigen. Zudem solle der Bereich rund um die Automaten besser geräumt werden. Nach einem missglückten Sprengversuchen könne das explosive Gasgemisch in den Geräten bleiben und "jederzeit" zünden, hieß es in einer am Mittwochabend verbreiteten Erklärung der beiden Behörden.

Die Bahn bemühte sich zugleich um eine Beruhigung ihrer Kunden: Die missglückten Automatensprengungen seien "extreme Einzelfälle", erklärte das Unternehmen am Donnerstag. Es gehe um eine "theoretisch mögliche Gefahr" von Explosionen.

Quelle: AFP