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Energiepolitik

FAZ: EU will Gaseinkäufe bündeln

Die europäische Energiepolitik könnte vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise komplett umstrukturiert werden. Vor allem die Abhängigkeit einzelner EU-Staaten von dem Gas aus Russland gilt als problematisch. Laut einem Zeitungsbericht steht eine Bündelung einzelner Staaten beim Gaseinkauf zur Debatte.

Russland© Kristina Afanasyeva / Fotolia.com

Frankfurt/Main (AFP/red) - Die Europäische Kommission schlägt bei der Neuordnung der Energiepolitik einem Zeitungsbericht zufolge vor, dass einzelne Mitgliedstaaten ihren Gaseinkauf freiwillig bündeln, um so ihre Verhandlungsposition gegenüber Russland zu stärken. Dies gehe aus einem 22 Seiten langen Strategiepapier der Kommission zur Energieunion hervor, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Freitag.

Bündelung nur bei faktischer Energieabhängigkeit

Demnach solle diese Bündelung aber an klare Bedingungen geknüpft werden. Sie soll laut Bericht nur Staaten erlaubt sein, die wie die Slowakei, die baltischen Staaten oder Bulgarien faktisch an der russischen Gasversorgung hängen, und dann auch nur in Krisensituationen.

Die EU-Kommission hat eine Neuordnung der Energiepolitik angekündigt; konkrete Vorschläge will sie am 25. Februar verabschieden. EU-Energiekommissar Maros Sefcovic hatte bereits im Dezember unter anderem Vorschläge angekündigt, wie die Zusammenarbeit gestärkt werden könne, um den Einfluss der EU-Staaten auf den Energiemärkten zu erhöhen.

Vorschlag von Donald Tusk

Die Bündelung des Gaseinkaufs war laut "FAZ" vor rund einem Jahr vom damaligen polnischen Regierungschef Donald Tusk in Reaktion auf die Ukraine-Krise vorgeschlagen worden. Die Bundesregierung wies den Vorstoß damals strikt zurück; er sei ein zu starker Eingriff in den Markt. Tusk ist heute Präsident des Europäischen Rates. Die EU kauft ein Drittel ihres Gases von Russland, die Hälfte davon fließt über die Ukraine.

Quelle: AFP