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Gasversorgung

Flüssiggas-Terminal: Polen freut sich über Gas-Unabhängigkeit

Ein neu eröffneter Flüssiggas-Terminal verhilft den Polen zu mehr Unabhängigkeit, was die Gaslieferungen aus Russland angeht. Das Land hat in den vergangenen Jahren Milliarden in den Ausbau der Infrastruktur für die Gasversorgung gesteckt. Im Dezember soll der erste Gas-Tanker anlanden.

Erdgastransport© Carabay / Fotolia.com

Warschau (AFP/red) - Mit der Eröffnung eines Flüssiggas-Terminals ist Polen bei der Gasversorgung künftig unabhängig vom Nachbarland Russland. "Polen hat sein strategisches Ziel erreicht: Wenn es um Gas geht, sind wir unabhängig", sagte Ministerpräsidentin Ewa Kopacz bei der Eröffnung des Terminals im westpolnischen Swinemünde (Swinoujscie) am Montag.

Gasversorgung: Polen investierte 720 Millionen

Polen hat seine Gasversorgung in den vergangenen Jahren erheblich modernisiert und 720 Millionen Euro in den Bau des Terminals investiert. Gleichzeitig wurden hunderte Kilometer Gas-Pipelines gebaut und unterirdische Gasspeicher angelegt.

Flüssiggas-Terminal soll noch weiter ausgebaut werden

Der Flüssiggas-Terminal hat zunächst eine Kapazität von fünf Milliarden Kubikmetern pro Jahr - ein Drittel des nationalen Verbrauchs. In den nächsten Jahren soll die Kapazität auf 7,5 Milliarden Kubikmeter erhöht werden. Derzeit kommt ein Drittel des polnischen Gasverbrauchs aus eigenen Ressourcen, 40 Prozent werden aus Russland importiert und 20 Prozent aus Zentralasien.

Gasstreit gefährdet Energieversorgung

Der Bau eines Flüssiggas-Terminals war 2006 beschlossen worden, die Bauarbeiten sollten ursprünglich schon 2014 beendet sein. Der erste Tanker mit Flüssiggas soll Mitte Dezember in Swinemünde anlegen. Er kommt aus Katar, dem größten Flüssiggas-Produzenten der Welt. Mit Blick auf den neuen Terminal in Swinemünde hatte Polen schon 2009 einen 20-Jahres-Vertrag mit Qatargas unterzeichnet. Die Energieversorgung Polens und anderer EU-Länder war in den vergangenen Jahren wiederholt durch den immer wieder aufflammenden Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine gefährdet. Mehrfach wurden die Lieferungen unterbrochen. Die EU bezieht etwa ein Drittel ihres Gasbedarfs aus Russland.

Quelle: AFP