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Studie

Fracking ist in der EU derzeit überhaupt nicht rentabel

Die Ausbeutung schwer zugänglicher Gasvorkommen ist in Deutschland und der EU einer Studie zufolge weit entfernt von wirtschaftlicher Rentabilität. Bei den aktuellen Gaspreisen würde sich der Einsatz der umstrittenen "Fracking"-Methode zur Gewinnung von Schiefergas "überhaupt nicht lohnen".

Gaspreis© Kautz15 / Fotolia.com

Mannheim (AFP/red) - Das teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Donnerstag in Mannheim mit. Erst wenn die Preise für konventionell gefördertes Gas "deutlich stiegen, wäre eine Förderung in der EU wirtschaftlich sinnvoll".

Gaspreise müssten dafür viel höher liegen

Das ZEW befragte Energiemarktexperten, auf welches Niveau der Preis je Megawattstunde Gas steigen müsste, damit das sogenannte Fracking rentabel wird. Konventionelles Gas kostet an Großhandelsbörsen laut ZEW derzeit rund 27 Euro. 30 Prozent der Experten hätten die Meinung vertreten, dass der Preis auf 40 bis 50 Euro steigen müsse, damit sich die Förderung von Schiefergas rechne. 34 Prozent der Experten gingen davon aus, dass die Gaspreise auf 50 bis 60 Euro klettern müssten oder darüber hinaus.

In den USA sind die Gaspreise gesunken

"Fracking" steht kurz für "hydraulic fracturing". Zu deutsch bedeutet dies so viel wie hydraulisches Aufbrechen. Die Methode beruht darauf, Wasser und Chemikalien unter hohem Druck in tiefe Gesteinsschichten zu pressen, diese dadurch aufzubrechen und Gas herauszulösen. Kritiker bemängeln unter anderem den Einsatz der Chemikalien. Die Substanzen könnten durch undichte Stellen ins Erdreich eindringen.

Die Bundesregierung arbeitet derzeit an Regelungen für die Nutzung von Fracking in Deutschland. In den USA sind die Gaspreise durch die Förderung von Schiefergas laut ZEW massiv gesunken.

Quelle: AFP