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Entscheidung

Fracking ist in Thüringen vorerst vom Tisch

Die Erdgas-Förderung mithilfe der umstrittenen Fracking-Technologie ist in Thüringen vorerst vom Tisch. Das Unternehmen BNK Deutschland, das sich die Rechte auf die Erkundung der Gasvorkommen im Freistaat gesichert hat, will die Lager mit konventioneller Technik erschließen, wie eine Sprecherin des Unternehmens der Nachrichtenagentur dapd am Mittwoch in Berlin sagte.

Gasflamme© ArtmannWitte / Fotolia.com

Erfurt (dapd/red) - Grund seien der geringere Aufwand und das Vorkommen von konventionellen Erdgaslagern. Der Widerstand von Politik und Bevölkerung sei nicht ausschlaggebend gewesen.

Das Thüringer Umweltministerium begrüßte die Entscheidung. Mit dem Fracken seien derzeit noch zu viele Unsicherheiten verbunden, sagte ein Ministeriumssprecher. Eine Potenzialstudie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe habe zudem ergeben, dass es in Thüringen ohnehin keine Lagerstätten des sogenannten Schiefergases gebe.

Fracking ist heftig umstritten

Beim Fracking werden Wasser, Sand und Chemikalien mit hohem Druck durch ein Bohrloch Hunderte Meter tief in den Untergrund gepresst. Das Gestein bekommt Risse und eingeschlossenes Gas entweicht.

In den kommenden Monaten wolle BNK den Untergrund mit seismischen Messungen untersuchen, um Rückschlüsse auf Gasvorkommen zu erhalten, sagte ein Unternehmenssprecher. Erste konkrete Schritte seien für das erste Quartal 2013 geplant. Frühestens ab dem Winter 2013 könnten Probebohrungen begonnen werden. Falls diese erfolgreich seien, könnten Fördertests folgen. Zum jetzigen Zeitpunkt könne BNK deshalb noch keine Angaben über die zu erwartenden Gasmengen machen. Zu einer tatsächlichen Förderproduktion könnte es frühestens in fünf bis acht Jahren kommen.