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Rumänien

Fracking-Proteste von Polizei aufgelöst

Proteste wegen der Fracking-Methode haben in Rumänien am Montag zu einem Aufeinandertreffen von Bürgern und Sicherheitskräften geführt. Der amerikanische Energiekonzern Chevron hält Genehmigungen für Probebohrungen in drei Dörfern. Streitpunkt sind die Risiken für Umwelt und Mensch durch die umstrittene Technik.

Fracking© VKU/regentaucher.com

Pungesti (AFP/red) - In Rumänien sind die Sicherheitskräfte am Montag gegen Dorfbewohner vorgegangen, die seit Wochen gegen die Ausbeutung von Schiefergas durch den US-Energiekonzern Chevron protestieren - das so genannte Fracking. Die Sicherheitskräfte hätten am frühen Morgen das Gelände geräumt, auf dem die Demonstranten seit zwei Monaten ausharrten, um Chevron am Zugang zu den geplanten Bohrstellen zu hindern, sagte eine Bewohnerin des Dorfes Pungesti der Nachrichtenagentur AFP. Das Dorf war am Morgen abgesperrt. Laut den Sicherheitskräften wurden zwei Menschen verletzt, als es zu "Rangeleien" kam.

Gesundheitsrisiken noch unbekannt

Die Bewohner des Dorfes im Nordosten Rumäniens wehren sich gegen die Ausbeutung von Schiefergas durch die umstrittene Methode des Fracking. Dabei wird eine Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in den Untergrund gepresst, um das Gas aus dem Gestein zu lösen. Fracking wird bereits in größerem Maßstab in den USA praktiziert, ist in vielen anderen Ländern jedoch umstritten. Umweltschützern zufolge kann es zu Erdbeben führen und das Grundwasser verunreinigen. In Deutschland soll Fracking zunächst auf Risiken für Umwelt und Gesundheit getestet werden.

Genehmigungen für ärmeren Nordosten

Chevron hat seine Aktivitäten in Pungesti zunächst ausgesetzt, um die Dorfbewohner über die Pläne zu informieren. Am Montag teilte der US-Konzern jedoch mit, die Probebohrungen wieder aufgenommen zu haben. Er hatte im Juli für zunächst drei Dörfer im armen Nordosten Rumäniens die Genehmigung für Probebohrungen erhalten mit dem mittelfristigen Ziel, Schiefergas zu fördern.

Quelle: AFP