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Koalitionsvertrag

Fracking soll vorerst gestoppt werden

Das umstrittene Fracking soll vorerst gestoppt werden – darauf haben sich Union und SPD geeinigt. Die Technologie zur Gewinnung von Erdgas unter Einsatz von gifitgen Chemikalien, die in den USA vermehrt angewendet wird, soll in Deutschland erst hinsichtlich der Risiken für Gesundheit und Umwelt geprüft werden.

Erdgasförderung© bilderzwerg / Fotolia.com

München (AFP/red) - Umweltpolitiker von Union und SPD haben sich nach einem Zeitungsbericht auf einen vorläufigen Stopp der umstrittenen Fracking-Technologie verständigt. Aus einem entsprechenden Entwurf für einen Passus im Koalitionsvertrag zitiert die Süddeutsche Zeitung (Freitagsausgabe). Die Fachpolitiker wollten "für ein Moratorium sorgen, das einen Verzicht dieser Technologie bei der unkonventionellen Erdgasgewinnung vorsieht, bis ausreichende wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen und alle Risiken für Gesundheit und Umwelt bewertet und ausgeschlossen werden".

SRU sieht keine Vorteile durch Fracking

Die Verwendung von giftigen Chemikalien beim Fracking solle dauerhaft verboten werden, heiße es in dem Papier. Die Arbeitsgruppe Energie müsse diesem Vorschlag allerdings noch zustimmen. Die scheidende Regierung von CDU und FDP hatte sich noch im Mai auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der Fracking zwar grundsätzlich erlauben sollte, aber sehr strenge Auflagen für die Förderung vorsah. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) sieht allerdings kein nennenswertes Potenzial in der Technik, um die Energiekosten in Deutschland zu senken oder die Versorgungssicherheit zu erhöhen.

Proteste wegen Grundwasserverschmutzung

Beim Fracking wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Chemikalien und Sand in den Boden gepresst, um Gestein aufzuspalten und das darin enthaltene Erdgas zu fördern. In den USA sorgt diese Methode derzeit für einen Gasboom. In Deutschland gibt es aber Proteste gegen entsprechende Pläne. Anwohner und Umweltschützer fürchten vor allem um das Grundwasser, sollte die Chemie einmal austreten.

Quelle: AFP