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Gaslieferungen

G7-Staaten beraten über Energieunabhängigkeit

Mit den Gaslieferungen aus Russland wird mehr als ein Drittel des deutschen Bedarfs an Erdgas gedeckt. Die G7-Energieminister beraten in Hamburg über Alternativen, die zu mehr Unabhängigkeit führen könnten. Vor allem Gastgeber Sigmar Gabriel will dabei für die Energiewende werben.

Gaskosten© Kautz15 / Fotolia.com

Hamburg (dpa/red) - Die Energieminister der G7-Staaten wollen bei einem Treffen in Hamburg am Montag und Dienstag ihre Bemühungen um eine geringere Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen forcieren. Vor einem Jahr war in Rom ein 13-Punkte-Plan als Antwort auf die Ukraine-Russland-Krise aufgestellt worden, der nun konkretisiert werden soll. Ein Ziel ist es, durch bessere Transportinfrastrukturen, Speicherkapazitäten und Terminals den Import von Flüssiggas aus den Golfstaaten zu stärken. Zudem will Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel für den Ausbau erneuerbarer Energien werben. "In diesem Jahr möchte ich den Fokus erweitern und alle Energieträger in den Blick nehmen, die zu einer nachhaltigen Energiesicherheit beitragen", betonte Gabriel.

RWE-Windpark wird in Betrieb genommen

Am Montag fliegen die Minister zur Offshore-Konverter-Plattform HelWin alpha, über die der im RWE-Windpark Nordsee-Ost produzierte Strom zum Festland transportiert wird. Der Windpark liegt etwa 35 Kilometer nordwestlich von Helgoland und 40 Kilometer westlich von Amrum. Der Windpark soll von den Ministern offiziell in Betrieb genommen werden. In Wassertiefen von 25 Metern wurden 48 Windräder mit einer Leistung von 295 Megawatt errichtet. Damit können rund 320.000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Nach vielen Problemen kommt so langsam auch der Betrieb von großen Windparks im Meer in Gang, die wesentlich mehr Strom als Windparks an Land erzeugen können. Neben der Offshore-Technologie will Gabriel auch darüber reden, wie die Stromsysteme die je nach Wetter stark schwankende Ökostromeinspeisung sicher meistern können - und wie das Energiesparen und der Klimaschutz weiter verstärkt werden können.

Energiesparen für mehr Energieunabhängigkeit

Zudem will Gabriel mit seinen Amtskollegen aus den USA, Kanada, Frankreich, Italien, Japan und Großbritannien Pläne erarbeiten, um das Energiesparen und den Klimaschutz voranzubringen. Deutschland hat in diesem Jahr die Präsidentschaft der sieben großen westlichen Industriestaaten (G7). Gemeinsames Ziel ist es, bei weiter wachsender Wirtschaftsleistung unabhängiger von Energieimporten zu werden sowie dazu beizutragen, dass die Erderwärmung auf zwei Grad begrenzt wird.

Energieimporte aus Russland

Im Schnitt beziehen die EU-Staaten nach Angaben der EU-Kommission etwa 30 Prozent ihrer Erdgas- und 35 Prozent ihrer Rohölimporte aus Russland. Russland deckte 2014 allein 38 Prozent der deutschen Erdgaseinfuhren ab. Trotz eines Ökostromanteils von bereits knapp 28 Prozent, wird rund ein Viertel des deutschen Energiebedarfs noch mit russischer Hilfe gesichert - neben Gas gehören dazu Erdöl und Steinkohle.

Quelle: DPA