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Kooperation

Gas-Pakt soll Abhängigkeit von Russland vermindern

Die Länder Aserbaidschan, Georgien und Rumänien haben sich auf einen Pakt zur Erdgaslieferung aus Aserbaidschan nach Europa verständigt. Das umgerechnet zwei bis vier Milliarden Euro teure Projekt, an dem die Partner zu gleichen Teilen beteiligt sind, umfasst unter anderem den Bau neuer Erdgas-Terminals in Georgien und Rumänien.

Gasflamme© ArtmannWitte / Fotolia.com

Baku (afp/red) - Das teilte der staatliche aserbaidschanische Versorger Socar am Dienstag mit. Ziel der Vereinbarung ist es demnach, jährlich bis zu acht Milliarden Kubikmeter Erdgas aus dem rohstoffreichen Aserbaidschan nach Georgien an Schwarze Meer zu pumpen, dort auf Tanker zu verladen und von der rumänischen Seite weiter nach Europa zu befördern. Europa soll damit unabhängiger werden von russischen Gaslieferungen.

"Dieses Projekt wird die Landkarte der Energiewege verändern", sagte Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew. Neben der Sicherung der Energieversorgung solle auch die Zusammenarbeit in der Region gestärkt werden. Zur Unterzeichnung der Vereinbarung in Aserbaidschans waren die Energieminister Georgiens und Rumäniens in die Hauptstadt Baku gereist.

In Ergänzung zu Nabucco

Das sogenannte AGRI-Projekt (Aserbaidschan Georgien Rumänien Interconnector) gilt als ergänzende Unternehmung zur Nabucco-Pipeline, mit dem die Abhängigkeit Europas von russischen Erdgaslieferungen vermindert werden soll. Die Nabucco-Pipeline soll frühestens von 2015 an von der Türkei aus Gas über den Balkan bis nahe Wien pumpen.

Russland deckt derzeit rund ein Viertel des europäischen Erdgasbedarfs. Zu Differenzen kam es im Winter 2008/2009, als Russland seine Gaslieferungen nach Europa über Leitungen in der Ukraine wegen Streitigkeiten um die Bezahlung gestoppt hatte. Vor allem im Osten Europas froren deshalb viele Menschen in ihren Häusern.